Dieses Video wurde am 16. Juni 2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Übernahmekampf um die Commerzbank spitzt sich zu, da heute eine wichtige Annahmefrist für die Aktionäre ausläuft. Trotz des Widerstands der Bundesregierung könnte die italienische UniCredit bald die strategische HV-Mehrheit erlangen. Experten erwarten ein entscheidendes Kräftemessen auf dem deutschen Bankenmarkt.
Mit einem taktisch klugen, symbolischen Übernahmeangebot versucht die UniCredit, die gesetzliche Schwelle von 30 Prozent kostengünstig zu überschreiten. Läuft die Nachfrist bis zum 3. Juli ab, droht der Commerzbank der Verlust ihrer Eigenständigkeit. Die Italiener streben eine Hauptversammlungsmehrheit von schätzungsweise 42 bis 43 Prozent an, um den Aufsichtsrat nach eigenen Wünschen neu zu besetzen. Die Bundesregierung zeigt sich zwar besorgt, verfügt jedoch über kaum wirtschaftliche Abwehrmöglichkeiten, da ein massiver Aktienzukauf den Steuerzahler extrem belasten würde.
Das eiskalte Kalkül der Italiener: Wer die Mehrheit der Hauptversammlung besitzt, bestimmt am Ende ganz allein über den Aufsichtsrat und den Vorstand.
Für die Aktionäre der Commerzbank geht es vor allem um stabile Dividenden und einen steigenden Aktienkurs. Eine Zerschlagung des Bankenriesen wird jedoch strikt abgelehnt. Während die Bundesregierung tatenlos zusehen muss, da ein „weißer Ritter“ fehlt, rückt die Übernahme immer näher. Es bleibt abzuwarten, wie viele Anteilsscheine die UniCredit nach Ablauf der Fristen tatsächlich kontrolliert. Am Ende entscheidet der Markt über die Zukunft der zweitgrößten Privatbank Deutschlands, während die Politik weitgehend machtlos an der Seitenlinie verharren muss.




