Dieses Video wurde am 24. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die geplante Rentenreform der Bundesregierung stößt bei Ökonomen auf scharfe Kritik. Professor Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft warnt vor einer massiven Belastung der jüngeren Generationen und fordert sofortige strukturelle Anpassungen. Ohne tiefgreifende Reformen drohe der Verlust der wirtschaftlichen Standortqualität in Deutschland.
Die aktuellen Pläne der Rentenkommission greifen laut Experten viel zu kurz. Die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung vernachlässige die historische Dynamik, da sich die Bezugsdauer im Verhältnis zu den Beitragsjahren massiv erhöht habe. Ein sofortiges Ende der abschlagsfreien Rente mit 63 sowie die Reaktivierung des Nachhaltigkeitsfaktors seien überfällig. Das Hinauszögern notwendiger Maßnahmen bis 2031 sei rein parteipolitischen Rücksichtnahmen geschuldet und gefährde die wirtschaftliche Stabilität des Landes.
Die aktuelle Reform verschiebt die demografische Last einseitig auf die Jugend und schwächt damit langfristig unseren Wirtschaftsstandort.
Kritisch sieht der Ökonom auch die geplante Abschaffung der Minijobs, da diese einst zur Stärkung von Arbeitsanreizen geschaffen wurden. Ein reines Verbot ohne Reformen im Steuertransfersystem führe zu einem akuten Arbeitskräftemangel im Niedriglohnsektor. Es müssten gezielte Entlastungen her, damit sich zusätzliche Arbeit finanziell spürbar lohnt. Nur durch mehr Netto vom Brutto lassen sich die notwendigen Anreize für Beschäftigte schaffen, um den Wirtschaftsstandort langfristig wettbewerbsfähig zu halten.




