Dieses Video wurde am 24. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die deutsche Wirtschaft ringt nach wie vor mit einer spürbaren wirtschaftlichen Stagnation. Zwar stieg der jüngste Ifo-Geschäftsklimaindex leicht an, doch ein echter Aufschwung lässt auf sich warten.
Der jüngste Anstieg des Geschäftsklimas auf 85,6 Punkte ist nur ein kleiner Lichtblick. Laut Ifo-Präsident Clemens Fuest leidet die Industrie weiterhin unter gestörten Lieferketten im Nahen Osten. Erst wenn die geopolitischen Konflikte dauerhaft abflauen, ist mit einer echten Erholung der Exportwirtschaft zu rechnen. Bislang stützt vor allem der Staat durch gezielte Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung die Konjunktur, während der private Sektor stagniert. Um langfristiges Wachstum zu sichern, müssen dringend die steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessert werden.
„Ohne private Investitionen gibt es keinen dauerhaften Aufschwung; der Staat kann die wirtschaftliche Dynamik nicht allein tragen.“
Neben der Konjunktur stehen weitreichende Reformen im Fokus. Die Vorschläge der Rentenkommission zur Einführung einer kapitalgedeckten Altersvorsorge gehen laut Fuest zwar in die richtige Richtung, greifen jedoch zu kurz. Insbesondere die junge Generation drohe durch das zögerliche Vorgehen übermäßig belastet zu werden. Auch die geplante Abkehr von Minijobs sieht der Ökonom kritisch: Ein Verbot würde Millionen Beschäftigten die nötige Flexibilität rauben und den Arbeitsmarkt stark belasten.




