Heimunterricht statt Schule: AfD-Pläne vor dem Aus?

Dieses Video wurde am 12. Juni 2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die politische Debatte in Sachsen-Anhalt verschärft sich vor der anstehenden Landtagswahl spürbar. Die AfD fordert eine Bildungspflicht statt Schulzwang, um Familien den Heimunterricht zu ermöglichen. Kritiker warnen jedoch vor den schwerwiegenden Folgen für das staatliche Schulsystem und verweisen auf verfassungsrechtliche Hürden.

Im Kern der Auseinandersetzung steht das Wahlprogramm der AfD, das die traditionelle Schulpflicht durch ein liberaleres Modell ersetzen möchte. Demnach sollen Eltern ihre Kinder zu Hause unterrichten dürfen, sofern halbjährliche Lernkontrollen stattfinden. Etablierte Parteien wie die CDU warnen jedoch eindringlich vor einer solchen Reform. Sie befürchten, dass dadurch vor allem im ländlichen Raum der Erhalt kleinerer Schulstandorte gefährdet wird. Zudem wird der AfD vorgeworfen, mit dem Vorhaben eine politische Instrumentalisierung der Debatte voranzutreiben.

Eine Verfassungsänderung zur Abschaffung der Schulpflicht benötigt eine Zweidrittelmehrheit im Landtag und ist rechtlich kaum umsetzbar.

Die rechtlichen Hürden für dieses Vorhaben sind extrem hoch, da die Schulpflicht direkt in der Landesverfassung verankert ist. Für eine entsprechende Änderung im Gesetzgebungsverfahren wäre eine breite parlamentarische Mehrheit notwendig, die derzeit völlig unrealistisch scheint. Zudem überlagern grundrechtliche Vorgaben des Bundes die Gesetzgebung der Länder. Daher dürfte das morgendliche Läuten der Schulglocke auch in Zukunft für alle Kinder in Deutschland der unangefochtene Standard des Bildungsalltags bleiben.