Dieses Video wurde am 10. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Berlin setzt ein starkes Zeichen gegen das Vergessen und benennt den Platz vor dem Abgeordnetenhaus nach der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer. Ihr aufklärerisches Wirken bleibt auch nach ihrem Tod ein unverzichtbarer Kompass im Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus.
Die offizielle Einweihung des Platzes erfolgte kurz vor dem ersten Todestag der Jahrhundertzeugin. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betonte dabei, dass Friedländers Leben der Beweis für den Sieg der Menschlichkeit über das Unmenschliche sei. Angesichts der aktuellen Regierungskrise und gesellschaftlicher Spannungen gewinnt ihr Appell an Bedeutung. Philip Peyman Engel von der Jüdischen Allgemeinen erinnert daran, dass sie trotz der Ermordung ihrer Familie nach Deutschland zurückkehrte, um die junge Generation für die Verantwortung der Geschichte zu sensibilisieren.
Margot Friedländer erinnerte uns stets daran: Schuld ist individuell, doch die Verantwortung für das ‚Nie wieder‘ ist eine Verpflichtung, die uns alle angeht.
Trotz ihres unermüdlichen Einsatzes bereitet der grassierende Judenhass in Deutschland große Sorge. Experten beobachten, dass antisemitischer Hass heute aus verschiedenen gesellschaftlichen Milieus sowie der muslimischen Community dringt. Friedländer sah diesen Menschenhass als existenzielle Bedrohung und mahnte bis ins hohe Alter zur Wachsamkeit. Ihr Vermächtnis fordert uns auf, nicht wegzusehen, wenn der Hass auf Israel als Ventil für jahrtausendealte Vorurteile genutzt wird und demokratische Werte gefährdet.




