Wohnungsnot: Kölner Aktivisten besetzen Leerstand

Dieses Video wurde am 15. Juni 2026 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

In Köln spitzt sich der Kampf um bezahlbaren Wohnraum weiter zu. Aktivisten rund um den bekannten Mietrebellen Kalle Gerck haben ein seit Jahrzehnten leerstehendes Gebäude besetzt, um auf die eklatante Wohnungskrise aufmerksam zu machen. Ihre Aktion richtet sich gegen die Untätigkeit der Behörden inmitten einer dramatischen Wohnungsnot.

Die Aktion betrifft das sogenannte „Haus der Russischen Föderation“, in dem seit über einem Vierteljahrhundert rund 80 Wohnungen ungenutzt bleiben. In einer der teuersten Gegenden Kölns demonstrieren die Aktivisten mit einer gezielten Balkonbesetzung gegen diesen unhaltbaren Zustand. Sie fordern eine rasche Zwangsverwaltung oder den Verkauf der Immobilien, um dringend benötigten Wohnraum für Bürger freizugeben. Die Aktion zeigt die wachsende Frustration über den stockenden Kampf gegen spekulativen Leerstand in deutschen Großstädten.

Der jahrelange Wohnungsleerstand mitten in der Krise ist sozialer Sprengstoff und erfordert sofortiges politisches Handeln.

Obwohl die Aktivisten durch die symbolische Besetzung gezielt die Aufmerksamkeit der Behörden und der Polizei suchen, bleibt die rechtliche Handhabe bei ausländischen Staatsimmobilien äußerst komplex. Dennoch bewerten Experten diesen Protest als wichtiges Signal im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum Wohnraumschutz. Solange keine strengen bundesweiten Verschärfungen gegen spekulativen Leerstand greifen, werden zivilgesellschaftliche Aktionen wohl weiter zunehmen, um den politischen Druck aufrechtzuerhalten.