Dieses Video wurde am 3. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der aktuelle Einbürgerungs-Rekord in Deutschland entfacht eine hitzige politische Debatte über die Voraussetzungen für den Erhalt der Staatsbürgerschaft. Durch neue Gesetze wird die doppelte Staatsbürgerschaft zunehmend zum Standard, was bei Konservativen Besorgnis auslöst. Experten mahnen eine genauere Prüfung bezüglich der langfristigen gesellschaftlichen Stabilität an.
Mit rund 330.000 Einbürgerungen verzeichnet das Statistische Bundesamt einen historischen Höchststand. Vor allem Zuwanderer aus Syrien, der Türkei und dem Irak treiben diese Entwicklung voran. Durch die Reformen der Ampel-Koalition entfällt die Pflicht zur Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit nun generell. Befürworter sehen darin eine Erleichterung der Integration, während Kritiker vor einer Entwertung des Passes warnen. Zudem wird befürchtet, dass die beschleunigten Verfahren nach nur fünf Jahren die demografische Zusammensetzung und somit das politische Machtgefüge in einigen Bundesländern nachhaltig verändern könnten.
Die unbegrenzte doppelte Staatsbürgerschaft gefährdet langfristig den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Stabilität unseres demokratischen Staatswesens.
Besondere Brisanz erhält die Debatte durch die Frage der politischen Gesinnung. Zwar müssen Bewerber ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung ablegen, doch eine echte Überprüfung gestaltet sich in der Praxis oft schwierig. Einzelfälle von frisch Eingebürgerten, die sich öffentlich als Unterstützer extremistischer Organisationen deklarieren, belasten die Diskussion zusätzlich. Ein nachträglicher Entzug der Staatsbürgerschaft ist juristisch an extrem hohe Hürden gebunden. Konservative Kreise fordern daher bereits eine Rückkehr zu strengeren Regeln im Gesetzgebungsverfahren.




