Atomkraft-Comeback: Rettung oder teure Sackgasse?

Dieses Video wurde am 17. April 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Während Deutschland massiv auf erneuerbare Energien setzt, entbrennt eine hitzige Debatte über die Rückkehr zur Kernkraft. Politische Akteure fordern die Reaktivierung alter Meiler oder investieren in innovative Mini-Reaktoren. Doch wie realistisch sind diese Pläne für die nationale Energieversorgung?

Im vergangenen Jahr war die Windkraft mit 30 Prozent der wichtigste Pfeiler im deutschen Strommix. Insgesamt stammen bereits rund 59 Prozent der Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, während Kohle und Erdgas weiterhin signifikante Anteile halten. Im Gegensatz dazu setzt die Europäische Union verstärkt auf Kernenergie, die EU-weit über 23 Prozent beiträgt. Deutschland importiert seit dem Atomausstieg vermehrt Strom aus Nachbarländern, um die Stabilität während der laufenden Transformationsphase sicherzustellen.

Die Debatte um den Wiedereinstieg zeigt: Zwischen politischem Willen und wirtschaftlicher Realität bei den Kosten klafft eine gewaltige Lücke.

Unionspolitiker wie Jens Spahn fordern in der aktuellen Energiepolitik die Reaktivierung stillgelegter Reaktoren, was laut Experten bis zu zehn Milliarden Euro kosten könnte. Parallel dazu rücken Mini-AKWs in den Fokus, die durch ihre kompakte Bauweise das Risiko einer Kernschmelze minimieren sollen. Start-ups versprechen niedrige Preise, während Wirtschaftsforscher vor massiven Mehrkosten warnen. Ob solche Konzepte im Gesetzgebungsverfahren Bestand hätten, bleibt angesichts ökonomischer Zweifel fachlich höchst umstritten.