Abschiebe-Debakel: Warum Deutschland kaum abschiebt

Dieses Video wurde am 24. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Rückführung ausreisepflichtiger Personen in Deutschland verläuft weiterhin äußerst schleppend. Ein massives Bürokratieproblem und unklare Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern blockieren die effektive Durchsetzung. Experten fordern nun rasche Reformen im Gesetzgebungsverfahren, um die Regierungskrise abzuwenden.

Im vergangenen Jahr waren rund 232.000 Menschen in Deutschland ausreisepflichtig, doch nur etwa 23.000 wurden tatsächlich zurückgeführt. Die Zuständigkeiten sind stark zersplittert: Während das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über die Asylverfahren entscheidet, liegt der Vollzug der Abschiebung bei den einzelnen Bundesländern. Doch je länger sich Personen im Land aufhalten, desto komplexer wird das Verfahren. Oft fehlen gültige Reisedokumente oder die Betroffenen sind am Abschiebetag schlicht nicht auffindbar, was die Behörden vor enorme Herausforderungen stellt.

„Der Vollzug scheitert oft an mangelnder Kooperation der Herkunftsländer und der massiven Bürokratie in den Ländern.“

Zudem zeigt sich ein starkes Gefälle im föderalen System. Während Bundesländer wie Bayern auf eine konsequente Rückführung setzen, vollziehen andere Länder Abschiebungen kaum. Dieser mangelnde politische Wille führt zu einer ungleichen Praxis in der Bundesrepublik. Hinzu kommt das komplizierte Dublin-Verfahren, das die Rückführung in jene EU-Staaten regelt, in denen der Asylantrag zuerst gestellt wurde. Ohne eine grundlegende Reform der Landesämter für Migration bleibt das System weiterhin ineffizient.