Dieses Video wurde am 4. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nach einem antisemitischen Vorfall in einem deutschen Hotel fordert Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, spürbare Konsequenzen. Er warnt vor einer schleichenden Normalisierung von Judenhass im Alltag. Gleichzeitig kritisiert er den außenpolitischen Kurs der Bundesregierung beim UN-Sicherheitsrat.
Der jüngste Fall, bei dem einem jüdischen Gast der Zutritt verwehrt wurde, reiht sich laut Beck in eine besorgniserregende Kette von Vorfällen ein. Er fordert, dass betroffene Betriebe strafrechtliche Konsequenzen spüren und Entschädigungszahlungen an jüdische Einrichtungen leisten müssen. Eine bloße Entschuldigung reiche oft nicht aus, um ein echtes Umdenken zu bewirken. Dennoch begrüßt Beck die Bemühungen des Hotelmanagements um Wiedergutmachung. Es brauche jedoch präventive Schulungen, um ein diskriminierungsfreies Klima nachhaltig im Gastgewerbe zu verankern.
Wir dürfen uns an alltäglichen Antisemitismus nicht gewöhnen, da er das gesellschaftliche Klima in unserem Land schleichend vergiftet.
Neben dem Hotelvorfall übt Beck scharfe Kritik an der deutschen Außenpolitik bezüglich der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Deutschland habe sich nicht ausreichend um die israelische Stimme bemüht und dafür einen zu hohen politischen Preis gezahlt. Kritisch sieht er vor allem das Schweigen des Auswärtigen Amtes im Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof. Eine wahrhaftige Außenpolitik dürfe grundlegende Werte und Allianzen nicht für diplomatische Posten opfern.




