Dieses Video wurde am 24. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Deutschland erlebt derzeit einen historischen Einbürgerungsboom wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Vor allem die neuen, erleichterten Regeln der Ampelkoalition ermöglichen vielen Migranten den Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft. Doch die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts stößt zunehmend auf scharfe Kritik aus der Politik und der Bevölkerung.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Neuregelung zur Mehrstaatigkeit, durch die Einwanderer ihre ursprüngliche Staatsbürgerschaft nicht mehr ablegen müssen. Neben syrischen und türkischen Staatsangehörigen lassen sich derzeit auffallend viele Menschen mit russischem Pass einbürgern. Experten führen dies einerseits auf langjährige Einwohner zurück, die nun die doppelte Staatsbürgerschaft nutzen, andererseits auf russische Dissidenten, die nach dem Beginn des Ukraine-Krieges flohen.
Die Erleichterung des Doppelpasses führt zu einem massiven Anstieg der Einbürgerungszahlen, stößt gesellschaftlich aber auch auf Skepsis.
Angesichts dieser Rekordwerte verschärft sich die politische Debatte über die Voraussetzungen für den deutschen Pass. Kritiker, insbesondere aus der Union, bemängeln die liberalen Einbürgerungsfristen von teils nur fünf Jahren Aufenthalt. Obwohl die sogenannte Turbo-Einbürgerung nach drei Jahren wieder abgeschafft wurde, fordern Kritiker eine grundlegende Verschärfung der Kriterien, um den Wert der Staatsbürgerschaft zu wahren und integrationspolitische Fehlsteuerungen zu vermeiden.




