Trauer um Carlo Petrini: Slow-Food-Gründer ist tot

Dieses Video wurde am 24. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die kulinarische Welt trauert um einen wegweisenden Visionär: Der Slow-Food-Gründer Carlo Petrini ist im Alter von 76 Jahren verstorben. Er revolutionierte unser Verständnis von Ernährung, indem er die landwirtschaftliche Erzeugung als globale politische Frage definierte. Seine Bewegung kämpfte zeitlebens für die Rechte von Kleinbauern und den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Petrini transformierte eine einfache Idee in eine einflussreiche internationale Bewegung. Er überzeugte politische Entscheidungsträger und sogar Monarchen von der Notwendigkeit, lokale Agrarstrukturen nachhaltig zu schützen. Durch die Gründung der Universität der Gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo schuf er zudem ein akademisches Fundament für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Lebensmitteln. Seine Vision einer fairen und sauberen Ernährung bleibt auch nach seinem Tod das Leitmotiv für Millionen von Unterstützern weltweit, die sich gegen die industrielle Massenproduktion und für die regionale Artenvielfalt einsetzen.

Ernährung ist Politik: Die Arbeit von Bauern und Fischern sichert die globale Artenvielfalt und garantiert die faire Zukunft unseres Planeten.

Der Abschied von Petrini hinterlässt eine spürbare Lücke in der globalen Agrarpolitik. Dennoch ist sein Erbe fest in den Strukturen von Slow Food verankert, die weiterhin für ein gerechtes Lebensmittelsystem eintreffen. Seine Überzeugung, dass der Erhalt von Kulturlandschaften und handwerklichen Traditionen eine demokratische Pflicht darstellt, wird die Debatten über die zukünftige Ernährungssouveränität nachhaltig prägen. Die Bewegung führt seinen unermüdlichen Kampf für globale Gerechtigkeit und ökologische Verantwortung in der Landwirtschaft fort.