Dieses Video wurde am 23. Mai 2026 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Rund 3000 Menschen haben in Brünn mit einem gemeinsamen Friedensmarsch der Opfer des historischen Todesmarsches vor 81 Jahren gedacht. Die Veranstaltung gilt als wichtiges Symbol für die deutsch-tschechische Versöhnung und aktive Gedenkarbeit. Trotz vereinzelter Proteste stand der Wille zum Brückenbauen im Mittelpunkt.
Die geschichtliche Aufarbeitung der Vertreibung bleibt ein hochsensibles Thema in den bilateralen Beziehungen. Während Nachkommen der Opfer den Marsch nutzen, um die historischen Gräben zu schließen, stießen die Feierlichkeiten bei einigen tschechischen Demonstranten auf Ablehnung. Sie bewerten das Gedenken angesichts der nationalsozialistischen Verbrechen als Provokation. Dennoch betonten Redner beider Nationen die Notwendigkeit, aus den dunklen Kapiteln der Vergangenheit zu lernen und eine gemeinsame europäische Zukunft zu gestalten. Nur durch den offenen Dialog lässt sich eine dauerhafte Verständigung und Friedensarbeit sichern.
Nur mutige Menschen können sich versöhnen; Hass und Krieg zu schüren, erfordert hingegen keinerlei Charakterstärke.
Als symbolischer Höhepunkt der Gedenkveranstaltung absolvierten die Teilnehmer einen Teil der historischen Route in umgekehrter Richtung. Dieser Akt verdeutlicht den Wandel von der Vertreibung hin zu einer aktiven Partnerschaft im Herzen Europas. Offizielle Stellen lobten das Engagement der Bürger, die sich mutig für den Frieden einsetzen. Aus den schmerzhaftesten Erfahrungen der Geschichte erwächst so ein hoffnungsvolles Signal der Versöhnung, das weit über die Grenzen der Region hinausstrahlt.




