Milka-Urteil: Ende der Mogelpackungen im Supermarkt?

Dieses Video wurde am 14. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Das Landgericht Bremen entscheidet heute über die mutmaßliche Mogelpackung bei Milka-Schokolade. Der Vorwurf der Verbraucherzentrale lautet auf unlauteren Wettbewerb durch versteckte Preiserhöhungen bei verringerter Füllmenge. Dieses Urteil könnte wegweisend für die gesamte Lebensmittelindustrie sein.

Der Rechtsstreit zwischen der Verbraucherzentrale Hamburg und dem US-Konzern Mondelez erreicht seinen Höhepunkt. Im Fokus steht die Reduktion des Inhalts einer Standardtafel von 100 Gramm auf lediglich 90 Gramm, während der Preis zeitgleich signifikant angehoben wurde. Da die äußere Verpackung nahezu unverändert blieb, sehen Kritiker darin eine gezielte Täuschung der Verbraucher. Der zuständige Richter signalisierte bereits während der Verhandlung, dass er die Praxis als wettbewerbswidrig einstuft, was einen Erfolg für den Verbraucherschutz bedeuten würde.

Das Gericht sieht eine Mogelpackung, da die geringere Füllmenge bei fast identischer Verpackung für Kunden kaum ersichtlich ist.

Neben Milka steht auch der Hersteller Ritter Sport unter Beobachtung, da ähnliche Praktiken bei verschiedenen Sorten festgestellt wurden. Ein Urteil in Bremen hätte somit eine enorme Signalwirkung auf den Markt. Hersteller könnten zukünftig gezwungen sein, transparente Kennzeichnungen bei Gewichtsänderungen vorzunehmen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Die Entscheidung markiert einen wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die sogenannte Shrinkflation im deutschen Einzelhandel, die viele Kunden verärgert.