Dieses Video wurde am 3. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Seit März 2026 hat Russland seine Angriffe auf das ukrainische Schienennetz massiv verschärft. Diese gezielte Vernichtung der Verkehrsinfrastruktur bedroht nicht nur die Logistik, sondern auch die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Landes. Die Staatsbahn Ukrzaliznytsia steht nun vor einem finanziellen Kollaps und extremen Herausforderungen.
Besonders schwer wiegt der Verlust von über einhundert Lokomotiven seit Beginn der Frühjahrsoffensive. Bahnhöfe wie jener in Fastiv wurden schwer beschädigt, während Depots und wichtige Traktionssysteme systematisch unter Beschuss geraten. Ohne funktionierende Züge gerät jedoch der gesamte Exportkreislauf ins Stocken. Die Eisenbahn sichert den Transport von Stahl und Getreide aus den Industriezentren zu den westlichen Grenzübergängen und Häfen, was für die Devisenbeschaffung der Ukraine von existenzieller Bedeutung ist.
Die gezielten Angriffe auf die Lebensadern der Wirtschaft zwingen die Ukraine zu drastischen Maßnahmen inmitten einer schweren Krise.
Um den Wiederaufbau zu finanzieren, plant die Staatsbahn nun eine Erhöhung der Gütertarife. Dies stellt die heimische Industrie vor ein enormes Dilemma: Die ohnehin geschwächten Stahlwerke und Agrabetriebe kämpfen bereits mit hohen Energiekosten und Kriegsschäden. Höhere Transportkosten könnten die Produktion vollends unrentabel machen. Derzeit sucht die Konzernleitung den Dialog mit den Verladern, doch eine tragfähige wirtschaftliche Lösung in diesem Abnutzungskrieg ist bislang nicht in Sicht.




