Dieses Video wurde am 7. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Baden-Württemberg sorgt das neue Rauchverbot für massiven Unmut auf kommunaler Ebene. Besonders in Tübingen regt sich Widerstand: Oberbürgermeister Boris Palmer kritisiert die praxisfernen Vorgaben scharf. Das dortige Ordnungsamt wird die Einhaltung an Bushaltestellen vorerst nicht kontrollieren.
Das neue Gesetz zum Schutz vor Passivrauch stellt viele Städte vor logistische Probleme. Die Definition der Verbotszonen an den rund 370 Tübinger Bushaltestellen ist laut Verwaltung extrem kompliziert, da sich der Bereich nach der jeweiligen Buslänge richtet. Boris Palmer warnt vor einem enormen Verwaltungsproblem, das erhebliche finanzielle Mittel verschlingen würde. Er schätzt die Kosten für Planung und Beschilderung auf bis zu eine Million Euro. Daher hat das Ordnungsamt die Anweisung erhalten, Verstöße an Haltestellen gänzlich zu ignorieren.
Die neuen Vorgaben zum Rauchverbot sind laut Palmer völlig unpraktikabel und verursachen für die Kommunen nur teuren bürokratischen Aufwand statt echtem Gesundheitsschutz.
Während Nichtraucher die gesundheitspolitische Initiative grundsätzlich begrüßen, stößt die praktische Umsetzung auf Skepsis. Der baden-württembergische Normenkontrollrat hatte bereits im Vorfeld der Gesetzgebung vor Unklarheiten beim Vollzug gewarnt. Ohne eine präzise Kennzeichnung der Verbotsbereiche bleibt die Verordnung für die Bürger kaum nachvollziehbar. Während Tübingen die Reißleine zieht, drohen in anderen Kommunen des Bundeslandes bei Verstößen empfindliche Bußgelder – vorausgesetzt, die dortigen Behörden behalten im Behördenwirrwarr den Überblick.




