Frankreich tilgt endlich das Sklavengesetz „Code Noir“

Dieses Video wurde am 28. Mai 2026 von euronews (deutsch) auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

In einem historischen Gesetzgebungsverfahren hat die französische Nationalversammlung ein dunkles Kapitel der Geschichte endgültig geschlossen. Das Parlament beschloss einstimmig die formelle Aufhebung des berüchtigten Code Noir. Dieser Schritt gilt als Meilenstein im Kampf gegen Rassismus und zeigt die späte Aufarbeitung kolonialen Unrechts.

Obwohl die Sklaverei in Frankreich und seinen Überseegebieten bereits vor über 170 Jahren abgeschafft wurde, blieben die rassistischen Sonderregeln des im Jahr 1685 erlassenen Regelwerks formal in Kraft. Erst jetzt führte eine Initiative eines Abgeordneten aus Guadeloupe zum einstimmigen Beschluss der Nationalversammlung. In einer emotionalen Debatte verwies der Initiator auf seine eigene Familiengeschichte als Nachfahre verschleppter Menschen. Dieses parlamentarische Signal verdeutlicht die Notwendigkeit, juristische Überbleibsel der Kolonialzeit konsequent zu beseitigen.

Mit dieser historischen Entscheidung tilgt Frankreich ein rassistisches Relikt der Kolonialgeschichte endgültig aus seinen Gesetzbüchern.

Das historische Regelwerk bestimmte einst das grausame Leben von Millionen Sklaven in den französischen Kolonien. Die nun vollzogene Tilgung hat symbolischen Wert für die französische Republik und stärkt die gesellschaftliche Aufarbeitung der Vergangenheit. Rechtsexperten betonen, dass solche symbolischen Gesetzesänderungen unerlässlich sind, um institutionelle Diskriminierung strukturell abzubauen. Die Resolution markiert somit einen entscheidenden Fortschritt im modernen Gesetzgebungsverfahren Frankreichs im Umgang mit seiner kolonialen Erbschaft.