Dieses Video wurde am 26. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Im East Room des Weißen Hauses wurde Kevin Warsh als neuer Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve vereidigt. Diese ungewöhnliche Zeremonie signalisiert den wachsenden Druck von Präsident Donald Trump auf das mächtige Wirtschaftsorgan. Ob die geldpolitische Unabhängigkeit der Institution gewahrt bleibt, steht nun vor einer historischen Zerreißprobe.
Die feierliche Amtseinführung von Kevin Warsh markiert einen strategischen Wendepunkt im Verhältnis zwischen US-Präsident Donald Trump und der Notenbank. Während der vorherige Fed-Vorsitzende Jerome Powell den Forderungen nach Zinssenkungen beharrlich widerstand, setzt Trump nun große Hoffnungen in Warsh. Der Präsident betonte zwar öffentlich, die Integrität der Notenbank wahren zu wollen, stellte jedoch gleichzeitig klar, dass die Fed-Mitglieder auf Warsh hören würden. Damit wächst das Risiko einer politischen Einflussnahme auf die amerikanische Zinspolitik.
„Unser Mandat verlangt Unabhängigkeit und Entschlossenheit, um Preisstabilität und Wohlstand für ganz Amerika dauerhaft zu sichern.“
Warsh selbst begegnet den politischen Erwartungen mit betont institutioneller Sachlichkeit. Er hob hervor, dass die Bekämpfung der Inflation und ein stabiler Arbeitsmarkt die obersten Ziele seiner Amtszeit seien. Der eigentliche Test für seine institutionelle Standhaftigkeit steht jedoch noch aus. Erst wenn die wirtschaftliche Entwicklung geldpolitische Entscheidungen erfordert, die den Plänen des Weißen Hauses widersprechen, wird sich zeigen, wie autonom die Federal Reserve unter Warsh agieren kann.




