Trumps Iran-Deal: Historischer Frieden oder Fehler?

Dieses Video wurde am 18. Juni 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

US-Präsident Donald Trump hat überraschend eine vorläufige Erklärung für einen Iran-Deal unterzeichnet, die den Weg für einen Waffenstillstand ebnen soll. Während Befürworter von einem historischen Durchbruch sprechen, wächst die Kritik aus beiden Lagern in Washington erheblich. Experten warnen, dass dieses Abkommen primär dem politischen Handlungsspielraum dient und wesentliche Kernfragen ungelöst lässt.

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung im Schloss von Versailles kam unerwartet. Zwar feiern Befürworter das Abkommen als Meilenstein zur Sicherung der Straße von Hormus, doch Kritiker bemängeln erhebliche Lücken im Vertragswerk. Weder die Unterstützung regionaler Milizen noch das iranische Raketenprogramm werden in dem Dokument explizit geregelt. Zudem sieht die Vereinbarung vor, dass im Zuge des 60-tägigen Verhandlungsprozesses eingefrorene Milliardenbeträge schrittweise für Teheran freigegeben werden. Dies stößt vor allem bei Vertretern des US-Kongresses auf heftigen Widerstand, die von einer voreiligen Konzession sprechen.

Dieses Abkommen ist ein schwerer strategischer Fehler, der dem Iran ohne echte Gegenleistung Zugriff auf blockierte Milliarden gewährt.

Die kommenden zwei Monate werden zeigen, ob US-Präsident Trump aus dieser diplomatischen Initiative einen messbaren Erfolg generieren kann. Das primäre Ziel der US-Unterhändler bleibt die dauerhafte Verhinderung einer iranischen Atombombe sowie der Abtransport von angereichertem Uran ins Ausland. Sollte dieses Kernvorhaben scheitern, droht die Vereinbarung als herbe außenpolitische Niederlage wahrgenommen zu werden. Für Teheran hingegen bietet die Atempause eine wertvolle Gelegenheit, wirtschaftlichen Druck abzubauen, während die geopolitische Hebelwirkung an der Straße von Hormus vorerst unangetastet bleibt.