Kaschmir-Krise: Heftige Proteste gegen Islamabad

Dieses Video wurde am 18. Juni 2026 von DW Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die politische Lage im pakistanisch verwalteten Kaschmir spitzt sich dramatisch zu. Eine basisdemokratische Bürgerbewegung protestiert erbittert gegen eine umstrittene Sitzverteilung im Regionalparlament und die steigenden Lebenshaltungskosten. Angesichts anhaltender Spannungen und eines harten Vorgehens der Behörden wächst die Angst vor einer schweren Regierungskrise.

Die Proteste der Bewegung Joint Awami Action Committee richten sich vor allem gegen die Bevorzugung von Flüchtlingen aus dem indischen Teil der Region. Das Gesetzgebungsverfahren zur Abschaffung dieser reservierten Mandate verharre laut Kritikern in einer Sackgasse. Während die Bevölkerung unter drastischen Teuerungsraten leidet, schränken Sondergesetze die Versammlungsfreiheit massiv ein. Viele Einheimische fordern eine grundlegende Reform der regionalen Regierungsführung und ein Ende der politischen Bevormundung durch die Zentralregierung in Islamabad, um die demokratische Teilhabe endlich zu sichern.

Wir fordern friedlich unsere Grundrechte ein, doch die Behörden schießen auf uns, anstatt den dringend benötigten Dialog zu suchen.

Die anstehenden Wahlen Ende Juli gelten als entscheidender Wendepunkt für die teilautonome Region. Experten warnen jedoch vor einer Entfremdung der Bevölkerung, falls die Koalitionsverhandlungen nach der Wahl keine echten Verfassungsreformen bringen. Ob die künftigen Abgeordneten den Dialog mit der verbotenen Protestbewegung wieder aufnehmen, bleibt ungewiss. Ein dauerhafter Frieden in Kaschmir kann laut Beobachtern nur gelingen, wenn die ökonomische Not gelindert und die politische Selbstbestimmung der Bürger nachhaltig gestärkt wird.