Dieses Video wurde am 19. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Angesichts wachsender Bedrohungslagen fordert das Deutsche Rote Kreuz eine grundlegende Reform des Zivilschutzes. Generalsekretär Christian Reuter warnt vor strukturellen Defiziten bei der Ausstattung der Hilfsorganisationen. Um zukünftige Krisen zu bewältigen, müsse die Gesellschaft dringend resilienter werden und den Katastrophenschutz neu ausrichten.
Die aktuelle Initiative von Innenminister Dobrindt greift laut DRK-Generalsekretär Christian Reuter zu kurz. Zwar sei sie ein erster Schritt, doch insbesondere die Aufwuchsfähigkeit und Ausrüstung der anerkannten Hilfsorganisationen hinkten den realen Anforderungen hinterher. Reuter plädiert für eine umfassende Modernisierung von der schulischen Aufklärung bis zur Notunterbringung Hunderttausender Menschen im Ernstfall. Auch die rechtliche Gleichstellung ehrenamtlicher Helfer mit Bundesbehörden wie dem THW sei eine überfällige Maßnahme, um das Engagement im Bevölkerungsschutz nachhaltig zu sichern und zu honorieren.
„Wir müssen im Katastrophenschutz alles neu denken, um die Gesellschaft gegen künftige Krisen widerstandsfähiger zu machen.“
Katastrophen wie Pandemien, extreme Hochwasser oder geopolitische Konflikte zeigen, dass es keine universelle Bedrohung gibt. Daher müsse die gesamte Infrastruktur für den Ernstfall krisenfest gestaltet werden. Dies betreffe die private Vorsorge jedes Einzelnen ebenso wie staatliche Systeme. Der Bevölkerungsschutz dürfe zudem nicht länger als Relikt des letzten Jahrhunderts betrachtet werden. Nur durch eine moderne und gleichberechtigte Einbindung aller Kräfte lässt sich eine effektive zivile Verteidigung in Deutschland dauerhaft realisieren.




