ARD-Skandal: Teures Lobbybüro trotz massivem Sparzwang

Dieses Video wurde am 17. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die ARD plant trotz massiver Spardebatten eine deutliche Vergrößerung ihrer Berliner Repräsentanz. Während Landesanstalten wie der RBB Personal abbauen, entstehen im neuen Lobbybüro zusätzliche Stellen. Diese Diskrepanz zwischen öffentlichem Auftrag und interner Strukturreform sorgt für heftige Kritik.

Interne Dokumente belegen, dass der ARD-Vorsitz sein Büro in Berlin fast verdoppeln möchte. Statt der bisherigen administrativen Unterstützung sollen künftig rund 30 Mitarbeiter für Kommunikation und Medienpolitik zuständig sein. Experten kritisieren diesen Schritt als Aufbau einer Behörde in der Behörde, die den eigentlichen Reformzielen widerspricht. Mit einem Budget von rund 1,7 Millionen Euro belastet der Ausbau den Etat erheblich, während gleichzeitig an anderen Stellen im Programm und beim Personal schmerzhafte Kürzungen vorgenommen werden müssen.

Der geplante Ausbau der ARD-Zentrale in Berlin ist ein massiver Widerspruch zum erklärten Sparziel und gleicht der Schaffung eines teuren Lobbybüros.

Besonders brisant ist die personelle Besetzung der neuen Posten. Kritiker vermuten, dass hier Versorgungsposten für Mitarbeiter geschaffen werden, für die es in den regulären Anstalten keine Verwendung mehr gibt. Der Verwaltungsrat des RBB scheint über diese konkreten Pläne bisher kaum informiert worden zu sein. Dies wirft dringende Fragen zur Aufsichtspflicht und Transparenz innerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf. Es bleibt abzuwarten, ob der öffentliche Druck zu einem Umdenken bei den Verantwortlichen führt oder die Expansion fortgesetzt wird.