Dieses Video wurde am 10. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Rückkehr der Wölfe in die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava wirft Fragen auf. Wildtierökologen untersuchen ihre Rolle im Ökosystem. Sind sie wirklich Helfer der Natur, oder verschärfen sie bestehende Probleme? Die Forschungsergebnisse könnten überraschende Antworten liefern.
In den Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava haben sich seit einigen Jahren wieder Wolfsfamilien angesiedelt. Wildtierökologe Marco Heurich untersucht, ob diese eine wichtige Rolle im Ökosystem spielen. Studien aus den USA zeigen, dass Wölfe einen positiven Einfluss auf Wälder und deren Bewohner haben können. Im Bayerischen Wald hatte das Rotwild bis zur Rückkehr der Wölfe keinen natürlichen Feind. Die großen Pflanzenfresser müssen selbst im Nationalpark bejagt werden, da sie erhebliche Schäden in den benachbarten Wirtschaftswäldern verursachen.
Die Rückkehr der Wölfe könnte das ökologische Gleichgewicht in den Nationalparks wiederherstellen und Schäden in angrenzenden Wirtschaftswäldern reduzieren. Ein Gewinn für die Natur!
Um die Auswirkungen der Wölfe zu erforschen, wurden einzelne Tiere mit GPS-Sendern ausgestattet. Im tschechischen Nationalpark wurden zehn Wölfe gefangen und kurz betäubt, um ihnen Senderhalsbänder anzulegen. Die Wissenschaftler können so die Bewegungen der Wölfe nachvollziehen. Diese führen sie zu ihrer Beute. Zudem wurden Kotproben analysiert, die zeigen, dass die Wölfe hauptsächlich Rothirsche fressen. An zweiter Stelle stehen Biber, wobei sich einige Rudel auf Biber spezialisiert haben.
Das grenzüberschreitende Forschungsprojekt wird mit EU-Geldern gefördert. Die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Wölfe auch in dieser Region eine wichtige Rolle in der Natur spielen. Ihre Rückkehr scheint ein Gewinn für die beiden Schutzgebiete im Böhmerwald zu sein. Die Anwesenheit der Wölfe könnte dazu beitragen, die Rotwildpopulation zu regulieren und somit die Schäden in den Wäldern zu verringern. Dies ist ein wichtiger Schritt für den Naturschutz.




