Wehrdienst-Reform: Proteste und politische Weichenstellung

Dieses Video wurde am 5. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Debatte um einen neuen Wehrdienst spitzt sich zu. Während im Bundestag die Reform beschlossen wird, demonstrieren Schüler deutschlandweit gegen verpflichtende Dienste. Eine Zerreißprobe für die politische Entscheidungsfindung?

In München demonstriert Schüler Linus zusammen mit anderen gegen einen verpflichtenden Wertdienst. Ihr Argument: Sie wollen selbst über ihre Zeit bestimmen. Zeitgleich wurde im Bundestag die Reform zum Wehrdienst verabschiedet. Eine allgemeine Wehrpflicht ist aber nicht vorgesehen. Stattdessen kehrt die Wererfassung zurück, bei der alle 18-Jährigen einen Fragebogen erhalten – für Männer verpflichtend, für Frauen freiwillig. Zudem sollen Männer ab Jahrgang 2008 wieder gemustert werden. Die Bundeswehr setzt primär auf Freiwillige, die mit rund 2600 € brutto im Monat und Zuschüssen gelockt werden sollen.

Verteidigungsminister Pistorius sieht die Reform als wichtigen Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Es gehe darum, die Bereitschaft zur Verantwortung zu fördern und das Land zu schützen.

Sollten sich nicht genügend Freiwillige melden, kann der Bundestag eine sogenannte Bedarfswerpflicht beschließen, die auch verpflichtende Einberufungen ermöglichen würde. Verteidigungsminister Boris Pistorius betont, dies sei ein entscheidender Schritt zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Gleichzeitig räumt er ein, dass viele junge Menschen im Land Verantwortung übernehmen wollen, was oft unterschätzt werde. Das neue Gesetz soll Anfang nächsten Jahres in Kraft treten, sofern der Bundesrat zustimmt und setzt dann auch auf die Freiwilligkeit.

Pistorius lobt das Engagement der demonstrierenden Schüler und betont, dass ihr Interesse und ihre Kritik zeigen, dass sie sich mit den politischen Entscheidungen auseinandersetzen. Die Frage ist nun, ob die Freiwilligenbasis ausreicht, um den Bedarf der Bundeswehr zu decken, oder ob die Bedarfswerpflicht tatsächlich zum Einsatz kommen muss. Die politische Debatte über die Ausgestaltung des Wehrdienstes wird somit weitergehen, während die Bundeswehr versucht, die Verteidigungsbereitschaft zu stärken und junge Menschen für den Dienst zu gewinnen. Die Zukunft der Bundeswehr bleibt also ungewiss.