Putins Plan: Eskaliert der Ukraine-Krieg?

Dieses Video wurde am 16. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Sicherheitsexpertin Claudia Major analysiert die aktuelle Lage im Ukraine-Krieg. Trotz internationaler Bemühungen sieht sie wenig Anzeichen für eine Deeskalation. Steht Europa vor einer neuen Bedrohung?

Claudia Major vom German Marshall Fund warnt vor zu großem Optimismus bezüglich des Ukraine-Gipfels. Zwar gäbe es Fortschritte in der Abstimmung zwischen USA, Ukraine und Europa bezüglich Territorialfragen, Sicherheitsgarantien und Finanzen, doch die Entscheidungsgewalt liege nicht allein bei der Ukraine. Solange Russland keine Bereitschaft zu Kompromissen signalisiert, bleiben Friedensbemühungen schwierig. Zelenskys Reaktion nach dem Berliner Treffen deutet auf interne Spannungen hin.

Russland verfolgt das Ziel der Unterwerfung der Ukraine. Ein „Land gegen Frieden“-Deal ist illusorisch, da Russland bereits 2014 gezeigt hat, dass diese Strategie nicht funktioniert.

Major betont, dass Russland nicht nur an einzelnen Gebieten interessiert sei, sondern die Ukraine in einen Vasallenstaat verwandeln will. Die Sorge wächst, dass Putin die Ostflanke der NATO angreifen könnte. Berichte über Truppenkonzentrationen in Belarus verstärken diese Befürchtung. Der Verteidigungsminister spricht von einer „Deadline 202“, bis zu der Europa verteidigungsfähig sein muss, um einem möglichen Angriff standzuhalten.

Die Bedrohung durch Russland beschränkt sich nicht nur auf militärische Aspekte. Russland setzt auch nicht-militärische Mittel ein, um westliche Staaten zu destabilisieren. Dazu gehören Drohnenüberflüge, Beschädigung von kritischer Infrastruktur und Desinformation. Diese Grauzone zwischen Krieg und Frieden erschwert die Reaktion westlicher Staaten erheblich. Der Umgang mit Cyberangriffen und Propaganda stellt eine besondere Herausforderung dar.

Es ist entscheidend zu erkennen, dass die Bedrohung durch Russland vielfältig ist und sich nicht nur auf militärische Aktionen beschränkt. Die westliche Reaktion wird durch diese hybride Kriegsführung erheblich erschwert, da es schwierig ist, die Bedrohung klar zu definieren und darauf gemeinsam zu reagieren. Die Debatten über den Umgang mit Drohnen und Cyberangriffen verdeutlichen diese Komplexität.