Ukraine-Kredit: EU riskiert Finanzcrash!

Dieses Video wurde am 18. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die EU plant einen riskanten Kredit für die Ukraine, finanziert durch eingefrorene russische Gelder. Chefökonomin Dorotea Sims warnt vor fatalen Folgen. Der Plan könnte die Finanzstabilität Europas gefährden und ist eine Mogelpackung.

Dorotea Sims sieht das größte Problem darin, auf russische Reparationszahlungen zu setzen. Sie betont, dass Russland den Angriff auf die Ukraine zwar völkerrechtswidrig begangen hat, aber internationale Angelegenheiten oft komplexer sind. Sollte Russland nicht verlieren, wird es schwierig, Reparationen durchzusetzen. Die USA leisteten beispielsweise auch keine Reparationen an Vietnam, obwohl dort Schäden entstanden sind. Ein Darlehen an die Ukraine, das nur bei russischen Reparationen zurückgezahlt werden müsste, birgt also Risiken.

Die EU verschleiert die wahren Kosten der Ukraine-Hilfe. Anstatt offen über notwendige Einschnitte zu sprechen, wird eine riskante Finanzierung gewählt, die langfristig die Stabilität gefährdet.

Der EU-Plan sieht vor, auf rund 120 Milliarden Euro russischer Staatsgelder in Belgien zuzugreifen. Sims warnt, dass diese Gelder üblicherweise Immunität genießen, ähnlich wie Botschaftsgelände. Ein Zugriff ohne gerichtliches Verfahren und den Nachweis russischer Kriegsverbrechen sei gewagt. Die Mitgliedstaaten müssten im Falle eines Ausfalls des Kredits Garantien übernehmen, was eine zusätzliche Belastung für die nationalen Haushalte bedeuten würde.

Sims kritisiert, dass sich die Politik davor drückt, der Bevölkerung reinen Wein einzuschenken. Anstatt offen über die finanziellen Konsequenzen der neuen Sicherheitslage zu sprechen und Prioritäten zu setzen, wird so getan, als könne man kostenlos so weitermachen wie bisher. Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere Länder wie Frankreich, wo weiterhin mit 62 Jahren in Rente gegangen wird. Diese Aufschiebungstaktik ist riskant.

Die Chefökonomin warnt vor einem möglichen Rufschaden für Europa als Finanzplatz, wenn Guthaben nicht mehr sicher sind. Viele Zentralbanken haben Gelder bei Euroclear in Belgien hinterlegt. Sollte das Vertrauen in die Sicherheit dieser Guthaben schwinden, droht Kapitalflucht. Angesichts der hohen Verschuldung vieler europäischer Staaten wäre dies fatal, da Schulden durch höhere Zinsen noch teurer würden.