Dieses Video wurde am 22. November 2025 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs suchen immer mehr junge Männer in Deutschland Schutz. Eine neue Ausreiseregelung ermöglicht es ihnen, das Land zu verlassen, um der Einberufung zu entgehen. Doch diese Entwicklung sorgt für Kontroversen und wirft Fragen nach der Zukunft der Ukraine auf.
Viele junge Ukrainer berichten von der Angst, als Kanonenfutter im Krieg zu sterben. Sie sehen keine Zukunft für ihr Land, wenn die gesamte Jugend getötet wird. Die neue Ausreiseregelung, die es Männern zwischen 18 und 22 Jahren erlaubt, die Ukraine zu verlassen, hat zu einem deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Deutschland geführt. Helferorganisationen in Berlin-Tegel sind stark beansprucht, um die Neuankömmlinge zu unterstützen. Sergei und Bogdan haben beispielsweise ihr Ingenieurstudium unterbrochen, um in Sicherheit zu sein.
Es ist wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich im Ausland zu bilden. Dies könnte positive Auswirkungen auf den Wiederaufbau der Ukraine haben, wenn sie zurückkehren und ihre Fähigkeiten einsetzen.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den ukrainischen Präsidenten gebeten, dafür zu sorgen, dass weniger junge Männer nach Deutschland kommen, sondern stattdessen in ihrem Land dienen. Diese Aussage stieß bei den geflüchteten Ukrainern auf Unverständnis. Sie argumentieren, dass Russland stärker sei und der Kampf nur den Tod bedeute. Viele berichten von zerstörter Infrastruktur, fehlendem Wasser und Strom, was ihre Städte zu Geisterstädten mache. Die Angst vor Drohnenangriffen ist allgegenwärtig.
Lutmilla, eine ehrenamtliche Helferin, die selbst geflüchtet ist, hat zwei Brüder in der Ukraine, die älter als 22 sind und sich verstecken, um nicht an die Front zu müssen. Sie kritisiert, dass die Reisefreiheit für junge Menschen früher hätte ermöglicht werden müssen. Professorin Julia Kosjakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sieht in den jungen Ukrainern auch eine Chance für den deutschen Arbeitsmarkt, da sie schnell Deutsch lernen und in gefragten Berufen arbeiten könnten. Viele sind dankbar, in Sicherheit zu sein und ein normales Leben ohne Krieg zu führen.
Die Bundesregierung plant jedoch, die Leistungen für neuankommende Ukrainer ab April zu kürzen. Artiom, ein Programmierer, der nach Deutschland geflohen ist, zeigt Verständnis für diese Entscheidung, räumt aber ein, dass die guten Bedingungen in Deutschland ein Anreiz waren. Trotz der ungewissen Zukunft der Ukraine hoffen Sergei und Bogdan auf Frieden und eine Zukunft in Deutschland, wo sie in Sicherheit sind. Sie können ein Leben aufbauen ohne Angst vor dem Krieg. Die Ungewissheit bleibt.




