Rabbi: Mehr Mitmenschlichkeit nach Terror in Sydney

Dieses Video wurde am 17. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach dem schrecklichen Anschlag in Sydney plädiert Rabbi Teicher für mehr Mitmenschlichkeit und Zusammenhalt. Er betont die Wichtigkeit, sich nicht zurückzuziehen, sondern mit Licht und Liebe zu antworten und die jüdische Gemeinschaft zu stärken.

Rabbi Jehuda Teicher, Vorsitzender der Schabbatgemeinde in Berlin, äußert sich tief betroffen über den Anschlag in Sydney, bei dem er einen Freund verlor. Er betont, dass die Antwort auf die Dunkelheit mehr Licht sein müsse. Der Zusammenhalt sei außerordentlich wichtig, um sich gegenseitig zu stärken und den Terroristen entgegenzutreten, die die Gesellschaft auseinanderbringen wollen. Gerade in Berlin und Deutschland, angesichts des wachsenden Antisemitismus und der Geschichte, sei es entscheidend, Solidarität zu zeigen und zu betonen, dass alle Menschen gleichwertig sind.

Wir dürfen uns nicht zurückziehen. Die einzige Antwort auf die Dunkelheit ist mehr Licht, mehr Liebe, mehr Miteinander. Jeder kann ein Botschafter des Lichts sein.

Teicher schildert bewegend, dass eines der Opfer, ein Rabbi, ein guter Freund von ihm war. Dieser habe sich stets dafür eingesetzt, Menschen zusammenzubringen und die Freude am Leben zu teilen. Nach dem Bekanntwerden des Attentats war Teicher kurz verzweifelt, doch ihm wurde klar, dass der ermordete Rabbi gewollt hätte, dass man nun noch mehr Licht, Liebe und Miteinander verbreitet. Jeder Mensch habe die Fähigkeit, ein Botschafter dessen zu sein und so gemeinsam eine positive Zukunft zu gestalten.

Seit dem 7. Oktober 2023 und dem Hamas-Massaker hat sich das Leben für Juden verändert. Der steigende Antisemitismus ist erschreckend und darf nicht akzeptiert werden. Mitleid allein reiche nicht aus; es brauche Taten. Sichtbares jüdisches Leben müsse unterstützt und Narrativen von Antisemitismus und ungleicher Berichterstattung entgegengewirkt werden. Jeder sei verantwortlich, eine positive Gesellschaft zu gestalten. Wie seine Oma sagte: Ein bisschen Licht kann viel Dunkelheit vertreiben.

Auf die Frage, ob der deutsche Staat genug für das jüdische Leben tue, antwortet Teicher, dass viel getan werde, aber es nicht ausreiche. Es brauche eine aktive Unterstützung für ein sichtbares jüdisches Leben und eine positive Darstellung in der Gesellschaft. Anteilnahme sei gut, aber es sei Zeit für Taten. Gemeinsam könne man eine bessere Zukunft schaffen, denn Dunkelheit vertreibe man nicht mit dem Besen, sondern mit Licht und positiven Taten. Mehr Unterstützung ist notwendig.