Bayern wählt neu: Machtverschiebungen & Polit-Beben!

Dieses Video wurde am 22. März 2026 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Kommunalwahlen in Bayern haben für einige Überraschungen gesorgt. Grüne und Freie Wähler konnten Erfolge feiern, während die CSU geschwächt aus den Stichwahlen hervorging.

Die bayerische SPD spricht trotz Niederlagen in München und Erlangen von einem stabilen Ergebnis bei den Stichwahlen. Erfolge wurden in Schweinfurt, Augsburg, Regensburg, Bamberg und Passau gefeiert. Trotzdem bedauert man den Verlust erfolgreicher Oberbürgermeister. Die CSU analysiert die Ergebnisse als durchwachsen, mit Siegen in Nürnberg, Landshut, Erlangen und Aschaffenburg, aber auch Verlusten wichtiger Rathäuser und Landratsämter. Man beklagt eine Verbündung aller Parteien gegen die CSU in Stichwahlen. Kommunalwahlen seien eben oft Persönlichkeitswahlen.

Die Kommunalwahl zeigt: Die politische Landkarte Bayerns verschiebt sich. Die CSU muss sich unbequemen Fragen stellen, während andere Parteien gestärkt hervorgehen. Machtverhältnisse sind im Wandel.

Die Grünen feiern ihren Sieg in München und im Landkreis Landsberg am Lech. Der Verlust der meisten Stichwahlen wird dabei in den Hintergrund gestellt. Die Freien Wähler gewannen in insgesamt 26 Landkreisen und konnten der CSU Landratsämter in Landshut, Kehlheim und Straubing-Bogen abnehmen. Man sieht dies als Auftrag, mehr Verantwortung zu übernehmen und betont den Dienstleistungscharakter für die Bürger. Die AfD war in keiner Stichwahl vertreten. Hubert Aiwanger wird durch die Erfolge der Freien Wähler gestärkt.

Achim Wendler, Leiter der Landespolitik, sieht Auswirkungen auf die Landespolitik, insbesondere für die geschwächte SPD. Interessant sei, dass die Grünen im Landkreis Landsberg am Lech den Landrat stellen, was zeige, dass sie nicht nur Großstadt, sondern auch Land können. Die Freien Wähler stellen künftig die Oberbürgermeister in Amberg, Kempten und Kitzingen, was ihre Stärke nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten beweise. Markus Söder muss sich den Fragen nach der Zukunft der CSU stellen.

Ein interessantes Ergebnis ist laut Wendler das Ende des Amtsbonus. Amtsinhaber haben in München, Aschaffenburg, Landkreis Landsberg am Lech, Rosenheim, Augsburg, Landrat Ansbach und Landkreis Kehlheim verloren. Auf den Amtsbonus zu setzen, sei künftig sehr riskant. Die Verluste der CSU in den Stichwahlen könnten innerparteilich Fragen aufwerfen und den Mitgestaltungsanspruch von Hubert Aiwanger in der bayerischen Staatsregierung erhöhen.