Dieses Video wurde am 10. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Donald Trump kritisiert Europas Migrationspolitik scharf. Wolfgang Ischinger analysiert Trumps Motiv und sieht Parallelen zu einem besorgten Stiefvater. Die transatlantischen Beziehungen stehen auf dem Prüfstand.
Trump thematisiert Migration oft, um innenpolitisch zu punkten. Hohe Lebensmittelpreise schmälern seine Popularität. Mit der nationalen Sicherheitsstrategie will er seine Politik rechtfertigen. Er stilisiert die US-Migrationspolitik als erfolgreich, während er Europa den Untergang prophezeit. Ischinger sieht darin einen innenpolitischen Zusammenhang, den man verstehen muss. Trumps Kritik trifft jedoch einen wunden Punkt, da Migration in Europa zu einem Erstarken populistischer Parteien führt.
Ischinger vergleicht die transatlantischen Beziehungen mit einem Stiefvater-Stiefkind-Verhältnis. Trumps Mahnungen an Europa ähneln denen eines besorgten Opas, der vor Fehlentwicklungen warnt.
Ischinger plädiert für eine besonnene Reaktion auf Trumps Äußerungen. Deutschland müsse seine Hausaufgaben machen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln, wie von Frau Grim gefordert. Dies sei die Voraussetzung für Sicherheit und Verteidigung. Trump schließt eine Einmischung in europäische Wahlen nicht aus, was Fragen aufwirft. Es ist unklar, ob das Weiße Haus die Positionierung der AfD korrekt einschätzt.
Trotz aller Kritik hält Ischinger die Vorstellung einer transatlantischen Scheidung für übertrieben. Die amerikanische Militärpräsenz in Europa ist weiterhin beträchtlich. Gesetze verhindern eine eigenmächtige Reduzierung der Truppenstärke durch den Präsidenten. Einige Punkte in Trumps Politik seien inakzeptabel, andere jedoch eher als Warnung eines besorgten Partners zu verstehen. Europa habe in den letzten Jahren an Leistungsfähigkeit verloren.
Abschließend äußert sich Ischinger zur Anordnung, neben dem Porträt des Bundespräsidenten auch das des Außenministers in Botschaften aufzuhängen. Er findet die Entscheidung unproblematisch. Es diene der Beziehungsförderung zwischen den Botschaften und dem Ministerium. Das Entfernen von Bismarcks Porträt zuvor hielt er für falsch, nun will man wieder ein Gesicht des Ministeriums zeigen.




