Münchens Immobilienmarkt: Wer steckt dahinter?

Dieses Video wurde am 17. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein mysteriöser Unternehmer kauft Top-Immobilien in München. Wer ist Erich Schweiger und welche Pläne verfolgt er mit den prestigeträchtigen Objekten in der Innenstadt?

Die Münchner Medienlandschaft ist in Aufruhr: Ein unbekannter Investor hat gleich drei hochpreisige Immobilien in der Innenstadt erworben. Es handelt sich um das ehemalige Cout Bullinger Haus, das Sportschusterhaus am Rindermarkt und das Stammhaus von Herrenausstatter Hirmer. Hinter den Käufen steckt Erich Schweiger, ein Name, der in der Branche für Aufsehen sorgt. Branchenkenner äußern sich kritisch über diese Konzentration von Immobilien in einer Hand.

Die Öffentlichkeit verdient Transparenz. Es ist unser München, nicht das Spielgeld irgendeines Investors. Hier braucht es mehr Kontrolle durch die Behörden und offene Informationen.

Im BR-Archiv finden sich Spuren von Schweiger aus dem Jahr 2017, als er ein Wohnbauprojekt in Fürstenried realisierte. Damals wurde er für den Bau von bezahlbarem Wohnraum gelobt. Auch das Referat für Stadtplanung erinnert sich positiv an die Zusammenarbeit. Aktuell gibt es wenig Informationen über seine jüngsten Immobilienkäufe. Die involvierten Firmen sind mit Stiftungen in Liechtenstein verflochten, was Fragen nach der Herkunft des Kapitals aufwirft.

Steuerexperte Ferdinand Rüchert erklärt, dass die Nutzung von Firmenstrukturen bei solchen Deals üblich sei, um einen späteren Weiterverkauf zu erleichtern. Doch die Verflechtung mit Stiftungen in Liechtenstein wirft Fragen auf. Branchenexperte Stefan Kippes fordert mehr Transparenz, da es sich um Schlüsselimmobilien in München handle. Ein Bürger wünscht sich mehr Regulierung und Kontrolle durch die Stadt.

Die Stadt selbst kann bei privaten Immobiliengeschäften kaum Einfluss nehmen. Neben den genannten Objekten wechselt auch die alte Akademie am Stachus den Eigentümer. Der Freistaat Bayern will das Areal, das ursprünglich an René Benko vergeben war, nun verkaufen. Der Insolvenzverwalter verhandelt exklusiv mit der Hammer AG und der Heinz Hermann Thiele Familienstiftung. Ein anderer Bieter fühlt sich ausgeschlossen und droht mit einer Klage, da es keine öffentliche Ausschreibung gab. Die begehrten Filetstücke in der Münchner Innenstadt bleiben also heiß umkämpft und weiterhin gibt es viele Unklarheiten.