Dieses Video wurde am 7. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Hamburg sorgt ein neues Wohnbauprojekt für Aufsehen: Mieter sollen sich vertraglich verpflichten, auf ein Auto zu verzichten. Das Konzept ‚autoarmes Quartier‘ spaltet die Gemüter. Kritiker sehen einen Eingriff in die Privatsphäre, während Befürworter weniger Autoverkehr in der Stadt fordern.
Das städtische Wohnungsunternehmen Saga plant in Wilhelmsburg 58 öffentlich geförderte Wohnungen. Wer hier einziehen will, soll auf ein eigenes Auto verzichten. Stattdessen sind eine Carsharingstation, Stellplätze für Lastenräder und Fahrräder geplant. Dies führt zu hitzigen Diskussionen über die Vereinbarkeit von Klimaschutz und individueller Freiheit. Der Hamburger Mieterverein hält das Vorgehen für rechtlich und sozial fragwürdig, da es in die Privatsphäre der Mieter eingreift.
Ein autofreies Quartier ist eine tolle Idee, aber es ist fraglich, ob man den Menschen vorschreiben kann, kein Auto zu besitzen. Das ist mit den Freiheitsrechten kaum vereinbar.
Auch die Hamburger Opposition kritisiert das Vorhaben. CDU-Fraktionsvize Richard Seelmecker bezeichnet das Vorgehen als rechtswidrigen Zwang. Er gibt zu bedenken, dass man nicht wissen könne, ob Mieter beruflich auf ein Auto angewiesen sind oder ob Menschen mit Behinderung betroffen sind. Die Saga verteidigt ihr Konzept und betont, dass sie eine Zielgruppe ansprechen möchte, die bewusst auf ein Auto verzichten will. Die geplante Verbotsklausel wird nun rechtlich geprüft.
Der Streit in Hamburg betrifft ein Thema, das viele deutsche Großstädte beschäftigt. Wohnraum ist umkämpft, und es wird diskutiert, ob Autos in neuen Quartieren überhaupt noch Raum bekommen sollen. München hat beispielsweise die Stellplatzpflicht abgeschafft, um den Wohnungsbau zu verbilligen und nachhaltiger zu planen. Dies führt jedoch zu weniger Parkmöglichkeiten, was vor allem Mieter betrifft, die auf ein Auto angewiesen sind. Die Reaktionen auf das Projekt sind geteilt.
Ein Fachanwalt für Wohn- und Baurecht äußerte sich kritisch. Seiner Ansicht nach wird die Klausel in einem Mietvertrag, die den Autobesitz unterbindet, rechtlich nicht haltbar sein, da sie zu stark in die Privatsphäre eingreift. Das große Problem ist der fehlende Parkraum. Es bleibt abzuwarten, ob diese Problematik gelöst werden kann, da die ganze Umgebung bereits fertige Wohnbebauung ist und es keinen Parkraum für die vielen neuen Wohnungen gibt.




