US-Midterms: Putins Kalkül nach der US-Wahl

Dieses Video wurde am 4. November 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die US-Zwischenwahlen haben geopolitische Auswirkungen, die vor allem in Kiew und Moskau mit großer Anspannung beobachtet werden. Während die Ukraine auf westliche Unterstützung hofft, spekuliert der Kreml auf mögliche Deals.

Aus der Sicht von Kiew richtet sich die gesamte Hoffnung auf Westeuropa und Deutschland als wichtigste Unterstützer im Abwehrkampf. Bezüglich der USA herrscht hingegen spürbare Skepsis und Realismus. Man rechnet kaum mit einer radikalen Kehrtwende in der Außenpolitik, hofft jedoch auf die Beibehaltung essenzieller Geheimdienstinformationen und Hilfen. Dennoch wissen ukrainische Entscheidungsträger genau, dass politische Hürden im Kongress die militärische Unterstützung massiv gefährden können.

Die russische Führung hofft insgeheim auf neue Geschäfte mit Trump, setzt jedoch vor allem auf einen langwierigen Abnutzungskrieg gegen die Ukraine.

In Moskau blickt man auf die politischen Veränderungen in Washington mit kalkulierter Spekulation auf Sanktionserleichterungen. Kreml-kritische Berichte verdeutlichen jedoch, dass Wladimir Putin sich keinerlei Illusionen bezüglich der unberechenbaren US-Politik macht. Statt auf politische Wenden zu vertrauen, setzt der Kreml strategisch auf die Zermürbung der Ukraine durch gezielte Angriffe auf die Infrastruktur. Damit soll der wirtschaftliche und finanzielle Druck auf die europäischen Verbündeten so lange maximiert werden, bis die westliche Unterstützung einknickt.