Zugunglück in Spanien: Droht das auch in Deutschland?

Dieses Video wurde am 30. Oktober 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Nach den schweren Zugunglücken in Spanien stellt sich die dringende Frage nach der Sicherheit im deutschen Schienennetz. Experten analysieren nun die Risiken und diskutieren über veraltete Sicherheitssysteme auf der Schiene.

Im Interview äußert sich Detlef Neus vom Fahrgastverband Pro Bahn besorgt über die Vorfälle im Ausland. Während in Spanien menschliches Versagen und ein Computersystem im Fokus stehen, zeigt sich das deutsche Netz robuster. Dennoch kann ein menschliches Versagen auch hierzulande niemals völlig ausgeschlossen werden. Die Experten betonen jedoch, dass in Deutschland bei Gefahren sofort eine Geschwindigkeitsdrosselung erfolgt, um schwere Kollisionen zu verhindern und die Passagiere bestmöglich zu schützen.

Moderne Zugsicherungssysteme per GPS bieten mehr Sicherheit, scheitern in Deutschland jedoch oft an finanziellen Hürden des Staates.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Einführung des modernen Zugleitsystems ETCS, das herkömmliche Signale überflüssig macht. Durch die kontinuierliche GPS-Überwachung werden Abstände zwischen Zügen automatisch reguliert und Notbremsungen eingeleitet. Allerdings fordern die Verkehrsunternehmen, dass der Staat die Kosten für diese aufwendige Umrüstung trägt. Solange diese politischen Fragen in den Gesetzgebungsverfahren nicht geklärt sind, verzögert sich die dringend notwendige Modernisierung der Schieneninfrastruktur weiter.