Merkels EU-Orden: Verdienst oder schweres Erbe?

Dieses Video wurde am 19. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Altkanzlerin Angela Merkel erhält in Straßburg den Europäischen Verdienstorden für ihre prägende Rolle. Doch diese hohe Auszeichnung stößt angesichts geopolitischer Versäumnisse auch auf scharfe Kritik. Experten zeichnen heute ein höchst zwiespältiges Bild ihrer Amtszeit.

Aus europäischer Perspektive gilt Merkels Wirken, insbesondere bei der Rettung des Vertrags von Lissabon und der Euro-Stabilität, vielen als historischer Erfolg. Doch die Kehrseite ihrer Regierungszeit wiegt schwer. Kritiker werfen ihr vor, mit den Minsker Abkommen wertvolle Zeit für Russlands Aufrüstung verspielt und osteuropäische Warnungen ignoriert zu haben. Auch die ungelöste Migrationskrise hinterlässt tiefe Risse im Fundament der Gemeinschaft. So bleibt ihr Erbe eine Mischung aus mühsamem Zusammenhalt und strategischen Versäumnissen.

„Während Merkel in Europa als Retterin der Gemeinschaft gefeiert wird, hinterlässt ihre Politik in Deutschland ein schweres, teures Erbe.“

Die Ratschläge der Altkanzlerin zu erneuten diplomatischen Initiativen mit Russland stoßen heute auf unverständliche Skepsis. Experten betonen, dass gerade die deutsche Energiepolitik der vergangenen Jahre jegliche Glaubwürdigkeit verspielt habe. Die Auszeichnung in Straßburg würdigt zwar ihre unbestreitbaren Verdienste um den Zusammenhalt, blendet die gravierenden wirtschaftlichen und geopolitischen Spätfolgen jedoch aus. Ihr politisches Erbe bleibt somit ein kontroverses Thema der zeitgeschichtlichen Debatte.