USA: Christlicher Nationalismus gewinnt an Macht

Dieses Video wurde am 19. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein gigantisches Gebetstreffen in Washington wirft Fragen zur verfassungsrechtlich verankerten Trennung von Staat und Kirche auf. Unterstützt durch hochrangige Regierungsvertreter fordert eine wachsende Bewegung die Neudefinition der USA als christliche Nation. Diese Entwicklung löst landesweit eine heftige Debatte über die Grundfesten der amerikanischen Demokratie aus.

Zum 250. Gründungsjubiläum der Vereinigten Staaten versammelten sich tausende evangelikale Christen auf der National Mall zu einem neunstündigen Gebetstreffen. Kritiker warnen vor einer gezielten Untergrabung des Säkularismus durch das konservative Lager. Regierungsvertreter signalisieren offen Sympathie für eine stärkere Verflechtung von Religion und Politik. Während Demonstranten gegen eine drohende Staatsreligion protestieren, fordern Befürworter eine Rückbesinnung auf vermeintlich christliche Grundwerte der Verfassungsväter, was das Risiko einer tiefen gesellschaftlichen Spaltung birgt.

Die verfassungsrechtliche Trennung von Kirche und Staat gerät in den USA durch den wachsenden Einfluss christlich-nationalistischer Strömungen zunehmend unter Druck.

Die politische Instrumentalisierung religiöser Gefühle dient primär der Festigung der eigenen Wählerbasis im konservativen Spektrum. Jüngste Umfragen zeigen, dass der Wunsch nach einer offiziell christlich geprägten Nation in der Bevölkerung wächst. Experten befürchten, dass diese Bestrebungen die rechtliche Neutralität staatlicher Institutionen gefährden und das demokratische Gefüge nachhaltig schädigen könnten. Der anhaltende Kulturkampf verdeutlicht, wie tief der Riss durch die amerikanische Zivilgesellschaft verläuft, während die religiöse Rechte strategisch an politischer Einflussnahme gewinnt.