Rekord bei Einbürgerungen: Bayern warnt vor Risiken

Dieses Video wurde am 8. Mai 2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

In Bayern erreichen die Einbürgerungszahlen einen neuen Höchststand, was Innenminister Joachim Herrmann kritisch hinterfragt. Er warnt vor den Folgen der Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts und fordert strengere Maßstäbe bei der Integration.

Der massive Anstieg der Anträge resultiert primär aus der Zuwanderungswelle der Jahre 2015 und 2016 sowie den gesetzlichen Erleichterungen der ehemaligen Ampelkoalition. Minister Herrmann betont, dass eine Verkürzung der Aufenthaltszeiten auf nur drei oder fünf Jahre oft nicht ausreiche, um eine tiefgreifende gesellschaftliche Verankerung sicherzustellen. Er sieht die Einbürgerung als den Schlussstein eines langen Prozesses, der nicht durch politische Reformen entwertet werden dürfe. Eine erfolgreiche Integration erfordere zudem zwingend einen festen Arbeitsplatz.

„Die Einbürgerung muss der Schlussstein einer gelungenen Integration sein und setzt voraus, dass Zuwanderer bereits seit längerer Zeit in Deutschland leben.“

Um die Integrität der Verfahren zu wahren, setzt Bayern auf manipulationssichere Zertifikate und harte Sanktionen bei Täuschungsversuchen. Wer bei Sprach- oder Einbürgerungstests betrügt, wird nun gesetzlich für zehn Jahre von der Staatsbürgerschaft ausgeschlossen. Diese Einbürgerungssperre soll abschrecken und sicherstellen, dass nur ehrliche Bewerber Teil der politischen Gemeinschaft werden. Herrmann begrüßt zudem, dass die neue Bundestagsmehrheit die umstrittene Turboeinbürgerung inzwischen wieder rückgängig gemacht hat.