Wucher an der Zapfsäule? DIW-Chef fordert Sondersteuer

Dieses Video wurde am 28. April 2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die aktuelle Debatte um explodierende Spritpreise erreicht einen neuen Höhepunkt. Während Mineralölkonzerne Rekordgewinne verzeichnen, fordert DIW-Präsident Marcel Fratzscher eine gezielte Übergewinnsteuer. Er warnt jedoch davor, dass ein einfacher Tankrabatt die ökonomische Realität an den Weltmärkten kaum verändern wird.

Fratzscher argumentiert, dass eine Sonderabgabe für Mineralölkonzerne moralisch und ökonomisch gerechtfertigt sei. Die Konzerne nutzten die geopolitische Unsicherheit aus, um ihre Margen zu Lasten der Verbraucher zu erhöhen. Obwohl die EU-Kommission anfangs zögerlich schien, zeigten Beispiele aus anderen Ländern die Umsetzbarkeit. Dennoch dürfe man keine Illusionen hegen: Die Steuer würde die Preise an der Zapfsäule nicht direkt senken, sondern lediglich staatliche Mittel für eine soziale Umverteilung bereitstellen, um einkommensschwache Haushalte bei den Lebenshaltungskosten zu entlasten.

Eine Übergewinnsteuer senkt nicht die Preise, ermöglicht aber die Entlastung derer, die am stärksten unter der Inflation bei Lebensmitteln leiden.

Der Blick auf den Wirtschaftsstandort bleibt düster. Die hohen Energiekosten belasten die energieintensive Industrie massiv und treiben den Prozess der Deindustrialisierung voran. Fratzscher betont, dass die Bundesregierung zwar Rahmenbedingungen verbessern kann, aber keine Wunder zur Rettung veralteter Strukturen erwarten dürfe. Es brauche jetzt massive Investitionen in Forschung und Innovation, um den technologischen Wandel zu meistern. Ein einfacher Tankrabatt sei hingegen ineffektiv und wirke sogar kontraproduktiv auf die notwendigen Bemühungen zum Energiesparen in Krisenzeiten.