Böller-Debatte: Hass und Eskalation vor Silvester

Dieses Video wurde am 20. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die alljährliche Diskussion um Böllerverbote eskaliert. Feuerwerkshersteller sehen sich mit Drohbriefen und Gewaltfantasien konfrontiert. Eine neue Dimension der Auseinandersetzung ist erreicht.

Wie jedes Jahr vor Silvester entbrennt die Diskussion um Böllerverbote. Doch diesmal überschreitet die Auseinandersetzung eine Grenze: Feuerwerkshersteller erhalten anonyme Drohbriefe, teils mit drastischen Gewaltfantasien. Betroffen ist auch ein bekanntes Unternehmen aus Franken. Trotz dieser Anfeindungen boomt die Branche. Die Nachfrage steigt, besonders nach sicheren Verbundfeuerwerken. Nach dem Coronaeinbruch erlebt die Feuerwerksindustrie einen deutlichen Aufschwung.

Die Debatte um Silvesterfeuerwerk ist legitim, aber persönliche Drohungen gegen Unternehmen und Mitarbeiter überschreiten eine gesellschaftliche rote Linie.

Radikale Gegner der Feuerwerksbranche schrecken vor Drohungen nicht zurück. Zitate aus Drohbriefen belegen den Hass: Lager sprengen, Mitarbeiter hinter Gitter bringen, Böller in den Allerwertesten stecken. Diese Anfeindungen belasten die Mitarbeiter schwer. Man macht sich Gedanken und fragt sich, was das soll. Zwar ist man selbst vielleicht gegen gewisse Dinge, aber deswegen Hass zu empfinden, ist unangebracht. Das macht nachdenklich.

Trotz der Anfeindungen boomt das Geschäft. Viele Menschen wollen wieder feiern. Nach zwei Jahren Corona-Einbruch steigt der Umsatz seit 2022 wieder deutlich an. Zum Jahreswechsel 2024/25 erreichte die Branche mit fast 200 Millionen Euro Umsatz sogar einen neuen Rekord. Die Debatte über Umwelt und Böllerverbote ist legitim, aber persönliche Bedrohungen sind inakzeptabel. Die Unternehmer tun einem leid, aber sie sind zäh. Der jüngste Drohbrief wurde an die Staatsanwaltschaft übergeben. Doch ohne Absender sind die Täter kaum zu ermitteln. Der Streit wird immer persönlicher und hasserfüllter.