Nachts im Paketzentrum: Wo Weihnachtsmänner schuften

Dieses Video wurde am 20. Dezember 2025 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Im Osten Hamburgs pulsiert das Herz der Weihnachtspost: Ein riesiges Paketzentrum, in dem täglich Hunderttausende Sendungen ein- und ausgehen. Hier wird im Drei-Schicht-Betrieb dafür gesorgt, dass die Geschenke rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum landen. Ein Blick hinter die Kulissen der logistischen Meisterleistung.

In diesem gigantischen Umschlagplatz arbeiten über 800 Menschen aus 60 Nationen. Sie entladen LKWs und speisen die Sendungen in die hochmoderne Anlage ein. Bastian Bechtlof und Robert Schischka, die ‚Oberwichtel‘, sorgen für den reibungslosen Ablauf. Jede Störung, jedes zu schwere Paket kostet wertvolle Zeit. Dank automatischer Störungsmeldungen können Techniker schnell eingreifen und die Bänder am Laufen halten. Die Scanner sind in der Lage, nahezu jede Handschrift zu lesen.

Allerdings stellen schlecht verpackte Sendungen auch die schnellsten Sortierer vor Herausforderungen. Unterschiedliche Größen und Gewichte führen immer wieder dazu, dass Pakete in der Lichtschranke hängen bleiben. Besonders kritisch sind ungenügend gesicherte schwere Gegenstände, die im schlimmsten Fall sogar zum Stillstand der Anlage führen können. Das Hamburger Paketzentrum besteht aus Alt- und Neubau, verbunden durch eine einzigartige zweistöckige Förderbandbrücke. Diese ermöglicht es, Arbeitsspitzen flexibel zwischen den Gebäuden zu verteilen und die Kapazität zu verdoppeln.

Das Paketzentrum gleicht einem Uhrwerk, in dem Zahnräder ineinandergreifen, um die pünktliche Zustellung der Weihnachtsgeschenke zu garantieren. Eine logistische Meisterleistung!

Auch Delicia Saridak spürt den Ansturm in ihrem Paketshop. Von Black Friday bis Weihnachten herrscht Hochbetrieb. Mit zusätzlichen Aushilfen stemmen sie und ihr Mann die Flut an Paketen, die teilweise bis ins Lager gestapelt werden müssen. Besonders schwere und unhandliche Sendungen stellen eine Herausforderung dar. Trotz der Hektik pflegen sie einen persönlichen Kontakt zu ihren Kunden. Freundlichkeit ist hier oberstes Gebot, auch wenn es bei Verspätungen oder fehlenden Ausweisen mal zu kleineren Diskussionen kommt.

Immer wieder landen Sendungen bei den Paketdetektiven, wenn die Hightech-Maschinen nicht weiterwissen. Fehlerhafte Adressen oder unklare Absenderangaben sind typische Probleme. Doch auch in diesen Fällen wird nach einer Lösung gesucht, damit das Paket doch noch sein Ziel erreicht. Am Abend steigt die Frequenz im Paketzentrum noch einmal deutlich an. Die meisten der rund 35.000 Paketcontainer in Deutschland gehen nachts auf Reisen. Personal aus dem In- und Ausland arbeiten hier Hand in Hand, damit die Sendungen pünktlich ankommen.