Dieses Video wurde am 20. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Friedrich Merz erlebt schwierige Zeiten. Seine Durchsetzungskraft wird in Frage gestellt, sowohl in der Bundespolitik als auch auf der europäischen Bühne. Scheitert der Kanzler an internen und externen Widerständen?
Bundeskanzler Merz konnte sich in Brüssel weder bei den russischen Zentralbankmilliarden noch beim Handelsabkommen mit südamerikanischen Staaten durchsetzen. Auch bei der Wahl zum Vorsitz der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung unterlag sein Kandidat. Die Regierung hatte zwar eine Reihe von Reformen angestoßen, doch das Vertrauen der Bürger ist gering. Laut einer Umfrage erwarten nur noch 25 Prozent ein Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr. Merz wollte beim EU-Gipfel Führung übernehmen, scheiterte aber am Widerstand anderer Staaten.
Merz‘ Problem ist nicht sein Kurs, sondern seine fehlende Durchsetzungskraft und Detailgenauigkeit. Ihm fehlen die nötigen Instrumente, um Deutschland wirklich auf Kurs zu bringen.
Frankreichs Staatschef Macron blockierte das Mercosur-Abkommen, während auch Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni Bedenkzeit forderte. Die EU verweigerte Merz somit die erhoffte Führungsrolle. Auch in der Heimat sind seine Beliebtheitswerte niedrig und die Zweifel an seiner Fähigkeit, die nächste Wahl zu gewinnen, wachsen. Der Verlust des Vorsitzes der Konrad-Adenauer-Stiftung an Annegret Kramp-Karrenbauer verstärkt den Eindruck der erodierenden Macht.
Laut Merz-Biografin Jutta Falke-Ischinger fehlt es dem Kanzler an Regierungserfahrung und an der Fähigkeit, Befindlichkeiten innerhalb und außerhalb der Partei richtig einzuschätzen. Er ordne gerne von oben an und unterschätze den Widerstand seiner Partner, wie bei den eingefrorenen Vermögenswerten oder Mercosur. Dies führe oft nicht zum gewünschten Ergebnis. Der Streit mit der Jungen Gruppe beim Rentenstreit hätte im Kanzleramt vermieden werden können.




