Terrorgefahr in Deutschland: Wie hoch ist die Bedrohung?

Dieses Video wurde am 19. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Innenminister Herbert Rul äußert sich zur aktuellen Sicherheitslage in Deutschland. Trotz abstrakter Gefahrenlage gibt es derzeit keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge. Rul betont die Notwendigkeit, Radikalisierung im Netz frühzeitig zu erkennen.

Herbert Rul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, schätzt die Gefährdungslage in Deutschland als sehr ernst ein. Zwar gebe es derzeit keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge, die abstrakte Gefahr sei jedoch hoch. Besonders Weihnachtsmärkte stehen im Fokus, aber auch Silvester bereitet Sorge. Rul betont, dass die Zusammenarbeit der Dienste verbessert werden muss, um Einzelpersonen, die sich im Netz radikalisieren, frühzeitig zu erkennen. Hier sieht er noch deutlichen Verbesserungsbedarf.

Die abstrakte Gefahr ist groß, aber konkrete Hinweise fehlen. Wir müssen Radikalisierung im Netz frühzeitiger erkennen, um Anschläge zu verhindern – hier haben wir noch Luft nach oben.

Ein weiteres Problem sieht Rul in der Einreise von Personen mit Visa, die möglicherweise Anschläge planen. Hier sei eine vorsichtigere Vorgehensweise notwendig. Entscheidend sei jedoch, diejenigen, die sich bereits im Land befinden und Anschläge planen, frühzeitig zu erkennen. Die Überwachung im Netz müsse intensiviert werden, um radikale Tendenzen aufzudecken. Dabei sei man oft auf Informationen aus anderen Ländern angewiesen, die weniger datenschutzrechtliche Bedenken haben.

Bezüglich der Kriminalität durch Clans räumt Rul ein, dass es diese immer geben werde. Ziel sei es, die Situation kontinuierlich zu verbessern. In Nordrhein-Westfalen sei man massiv gegen Clans vorgegangen, was zu einer deutlichen Reduzierung von Tumultlagen geführt habe. Es sei jedoch ein mühsamer Prozess, da sich diese Strukturen über Jahrzehnte entwickelt hätten. Rul betont die Wichtigkeit, das Problem anzuerkennen und konsequent dagegen vorzugehen. Auch wenn es keine einfachen Lösungen gibt.

Auch das Thema Hassprediger wird angesprochen. Rul spricht sich gegen einfache Antworten aus, da diese oft nicht funktionieren würden. Zunächst müsse man die Hassprediger identifizieren und beobachten. Bei strafrechtlich relevanten Handlungen müsse konsequent vorgegangen werden. Eine Ausweisung sei dann eine Option, wenn die rechtlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Bei deutschen Staatsbürgern sei dies jedoch theoretisch kaum umsetzbar. Es brauche sorgfältige Arbeit, Identifizierung, Beobachtung und Bestrafung, wenn nötig.