Dieses Video wurde am 19. Dezember 2025 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die EU einigt sich auf einen 90-Milliarden-Kredit für die Ukraine, abgesichert durch 24 Mitgliedsstaaten. Doch der ursprüngliche Plan von Kanzler Merz, auf russisches Vermögen zuzugreifen, scheitert. Ist dies ein politisches Debakel für den Kanzler?
Christian Wilp berichtet aus Berlin, dass die EU-Kommission einen Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro aufnimmt, der durch die Haushalte von 24 EU-Staaten abgesichert wird. Deutschland trägt mit etwa 25 Prozent als größte Volkswirtschaft einen erheblichen Teil. Letzten Endes wird der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten, da kaum jemand daran glaubt, dass Russland jemals Reparationen zahlen wird. Moskau hat bereits signalisiert, dass die EU diesen Plan vergessen könne. Die Ukraine erhält Gelder für ihren Verteidigungskampf, jedoch nicht aus russischem Vermögen.
Obwohl der Plan von Merz scheiterte, kann die Einigung als Erfolg gewertet werden, da sie einen unmittelbaren Finanzkollaps der Ukraine verhindert und Putin nicht auf einen schnellen Sieg hoffen kann. Zeitgewinn ist wichtig.
Für Bundeskanzler Merz hätte es besser laufen können, da er hoch gepokert hatte und darauf setzte, an russische Gelder zu kommen. Dies scheiterte am Widerstand innerhalb der EU und am Druck von außen, einschließlich Washingtons. Man befürchtete, dass die Finanzmärkte geschwächt würden, wenn andere Staaten die Sicherheit von EU-Mitteln in Frage stellen würden. Nun fließen Darlehen, eine typisch europäische Lösung, jedoch nicht die, die Merz im Sinn hatte. Er hätte vorsichtiger taktieren müssen.
Die aktuelle Lösung sichert der Ukraine finanzielle Mittel und verhindert somit einen unmittelbaren Zusammenbruch. Dies verschafft der Ukraine Zeit im Kampf gegen Russland und stabilisiert die europäische Finanzlandschaft. Auch wenn Merz‘ ursprünglicher Plan gescheitert ist, so ist es gelungen, eine gemeinsame europäische Antwort zu finden, die die schlimmsten Auswirkungen des Konflikts abmildert. Die Stabilität Europas bleibt gewahrt.




