Dieses Video wurde am 19. Dezember 2025 von DW Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Soziale Medien sind voller antimuslimischer Behauptungen zur Weihnachtszeit. Doch viele Behauptungen sind falsch. Faktenchecks zeigen, wie Desinformation gezielt Ängste schürt und Vorurteile verstärkt.
In den sozialen Medien kursieren Videos und Bilder, die angeblich zeigen, wie Muslime Weihnachtsmärkte in Europa „stürmen“. Diese Behauptungen sind jedoch falsch. Ein Video, das eine vermeintliche Stürmung eines Weihnachtsmarktes in Deutschland zeigt, entpuppt sich als friedliche Demonstration aus dem Jahr 2024 in Essen, bei der der Sturz des syrischen Präsidenten gefeiert wurde. Auch andere Videos, die angeblich Chaos auf Weihnachtsmärkten zeigen, haben einen anderen Hintergrund.
Ein weiteres Beispiel ist ein Bild eines winzigen Weihnachtsmarktes, der von starken Sicherheitskräften umgeben ist. Nutzer beschweren sich in den Kommentaren über angebliche Terrorgefahren. Dieses Bild ist jedoch eine Fälschung, erstellt mithilfe von künstlicher Intelligenz. Details wie verzerrte Gesichter und unleserliche Texte verraten den KI-Ursprung. Selbst das Wasserzeichen des KI-Tools Gemini ist erkennbar. Solche Falschinformationen zielen darauf ab, Ängste zu schüren und Vorurteile zu befeuern.
Falschinformationen nutzen Ängste vor Terror und kultureller Verdrängung. Bei negativen Gefühlen online, lieber zweimal hinschauen – oft steckt Fake News dahinter.
Auch die Behauptung, eine muslimische Ratsfrau habe die Weihnachtsbeleuchtung in Sheffield verboten, ist falsch. Tatsächlich wurde lediglich die Veranstaltung zur Einweihung der Lichter abgesagt. Dies geschah jedoch auch schon in den Vorjahren, als die jetzige Oberbürgermeisterin noch nicht im Amt war. Der Stadtrat gab Sicherheitsbedenken als Grund an und betonte, dass die Oberbürgermeisterin nicht an der Entscheidung beteiligt war. Weihnachtsmärkte sind somit ein beliebtes Ziel für antimuslimische Desinformation.
Nader Hotait erklärt, dass viele Menschen persönliche und nostalgische Erinnerungen an Weihnachtsmärkte haben. Dies löse Wut und Angst vor kultureller Verdrängung aus, was an einen bestehenden Diskurs über Muslime und die Entfremdung westlicher Werte anknüpfe. Da es in der Vergangenheit islamistische Anschläge auf Weihnachtsmärkte gab, greifen solche Narrative umso schneller. Deshalb ist es wichtig, genau hinzuschauen, wenn Online-Inhalte heftige negative Gefühle auslösen.




