Dieses Video wurde am 18. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die EU plant, eingefrorene russische Gelder als Kredit an die Ukraine weiterzuleiten. Doch Belgien zögert und fordert Garantien. Steht die EU vor einer Zerreißprobe?
Die EU hat rund 210 Milliarden Euro russisches Vermögen eingefroren, wobei 185 Milliarden Euro bei Euroclear in Belgien liegen. Die EU-Kommission schlägt vor, dieses Geld als Kredit an die Ukraine weiterzuleiten. Belgien befürchtet jedoch Klagen Russlands wegen Enteignung und einen Vertrauensverlust internationaler Anleger in Euroclear. Daher fordert die belgische Regierung Zusagen von anderen EU-Staaten, um nicht allein für mögliche Schäden aufkommen zu müssen. Es droht eine Regierungskrise.
Ohne weitere finanzielle Unterstützung droht der Ukraine die Zahlungsunfähigkeit im nächsten Jahr. Die EU steht vor der Entscheidung: Entweder neue Schulden oder die Nutzung des russischen Vermögens.
Bundeskanzler Scholz sieht eine 50-prozentige Chance auf Einigung. Während einige Länder wie Ungarn grundsätzlich skeptisch sind, ist eine Einigung ohne Einstimmigkeit möglich. Es bedarf einer qualifizierten Mehrheit. Die EU-Kommission betont, dass als Alternative zur Nutzung russischer Gelder auch die Aufnahme gemeinsamer Schulden in Frage käme. Dafür wäre allerdings Einstimmigkeit erforderlich, die als unwahrscheinlich gilt.
Belgiens Premierminister Bart de Wever fordert schriftliche Garantien von den anderen Mitgliedstaaten, bevor er dem Plan zustimmt. Auch die USA üben Druck auf einzelne Länder aus, obwohl sie nicht direkt am Verhandlungstisch sitzen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, drohen der Ukraine ab April 2026 finanzielle Engpässe. Die EU hätte ihr Versprechen gebrochen, die Ukraine zwei Jahre lang zu finanzieren, was ein Armutszeugnis wäre. Die Koalitionsverhandlungen gestalten sich schwierig.




