Dieses Video wurde am 13. Dezember 2025 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
In Baden-Württemberg steht eine Richtungsentscheidung an. Cem Özdemir will Kretschmann beerben, doch die Konkurrenz von CDU und AfD ist enorm stark. Der Wahlkampf verspricht, spannend zu werden.
Die Grünen in Baden-Württemberg haben ihren Parteitag abgehalten und ihre Vorsitzenden im Amt bestätigt. Spitzenkandidat ist Jem Özdemir, ein bekanntes Gesicht der Partei. Der Fokus liegt im Wahlprogramm stark auf Wirtschaftsthemen, während klassische grüne Themen wie Klima- und Naturschutz eher in den Hintergrund treten. Özdemir betont die Bedeutung des starken Mittelstands und der Forschungseinrichtungen für die Zukunft des Landes und will ein Bündnis aus Wirtschaft und Politik schmieden, um Baden-Württemberg weiter voranzubringen.
Wir machen hier seriöse Politik und ich bin mir sicher, dafür wird sich die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler entscheiden. Die Methode Merz hat hier nichts verloren.
Özdemir sieht die CDU nicht als unüberwindbare Hürde und betont, dass die Grünen in den Umfragen zulegen. Er will Ministerpräsident werden, indem er die besten Lösungen für Baden-Württemberg in den Vordergrund stellt, unabhängig von Parteizugehörigkeit. Sein Angebot sei es, das Landesinteresse vor Parteipolitik zu stellen. Baden-Württemberg sei top bei KI, Robotik und Gesundheitsforschung, aber müsse bürokratische Fesseln ablegen, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Zölle und Konkurrenz aus China machen der Automobilindustrie zu schaffen.
In Bezug auf das Verbrenner-Aus betont Özdemir, dass der Beschluss von Frau Vonderlein (CDU) gefasst wurde, aber die Umsetzung fehle. Baden-Württemberg habe das beste Ladenetz, aber es brauche eine europäische Lösung mit einer Batterieproduktion und Ladeinfrastruktur in ganz Europa. Er setzt auf ein Bündnis mit der Wirtschaft und den Belegschaften und will als Politiker den Rahmen setzen, aber die Ingenieure die Arbeit machen lassen. Kein Kulturkampf mit dem Auto, sondern Anreize schaffen.
Auf die Frage nach der Zusammenarbeit mit den grünen Landeschefs betont Özdemir die Geschlossenheit der Partei und verweist auf seine hohe Zustimmung. Er lobt die Aktivposten in der Regierung, wie Finanzminister Daniel Beer und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski. Die Grünen in Baden-Württemberg seien ein besonderes Team, das manchmal mit einem gallischen Dorf verglichen werde. Er überlässt es dem Interviewer zu entscheiden, ob er eher Astrix oder Obelix sei, vielleicht sogar Majestix, der Häuptling.




