Bosnien-Herzegowina: 30 Jahre Dayton – Ein fragiler Frieden

Dieses Video wurde am 12. Dezember 2025 von DW Deutsch auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Vor 30 Jahren beendete das Dayton-Abkommen den Bosnienkrieg. Doch der Frieden ist fragil. Das Land kämpft mit Spaltung und wirtschaftlicher Not, während viele junge Menschen abwandern.

Am 14. Dezember 1995 wurde in Paris das Dayton-Friedensabkommen unterzeichnet, welches den Bosnienkrieg beendete, einen der blutigsten Konflikte in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Krieg folgte auf den Zerfall Jugoslawiens und die Unabhängigkeitserklärung Bosnien-Herzegowinas am 3. März 1992. In dem Konflikt starben mehr als 100.000 Menschen, und rund 2 Millionen wurden vertrieben. Ein Wendepunkt war das Massaker von Srebrenica im Juli 1995.

Das Dayton-Abkommen brachte zwar den Frieden, doch Bosnien-Herzegowina bleibt ein gespaltenes Land, das mit wirtschaftlichen Problemen und tiefen ethnischen Gräben zu kämpfen hat.

Das Massaker von Srebrenica, bei dem bosnische Serben mehr als 8000 Männer und Jungen töteten, schockierte die Welt und zwang westliche Regierungen zum Handeln. Nach Luftangriffen der NATO auf bosnisch-serbische Stellungen kamen Vertreter der Konfliktparteien in Dayton, Ohio, zu Friedensgesprächen zusammen. Am 21. November wurde ein Abkommen vereinbart, das am 14. Dezember in Paris unterzeichnet wurde. Es teilte das Land in die Föderation Bosnien und Herzegowina und die Republik Srpska.

Die Lage hat sich 30 Jahre nach Dayton kaum verbessert, im Gegenteil. Viele junge Menschen sind ausgewandert, ganze Familien haben die Region wegen der wirtschaftlichen Situation verlassen. Trotz des Friedens sind wir nicht vorangekommen, was viele dazu veranlasst, im Ausland ein besseres Leben zu suchen. Das komplizierte politische System beendete zwar die Kämpfe, nicht aber die ethnische Spaltung und separatistische Tendenzen.

Wirtschaftlich zählt das Land zu den schwächsten in Europa, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Bosnien und Herzegowina strebt einen EU-Beitritt an, doch dafür sind tiefgreifende Reformen nötig. Kurz gesagt, Frieden gibt es in Bosnien und Herzegowina, aber das Land sucht noch immer einen Weg, die Gräben des Krieges zu überwinden und Wohlstand zu erreichen.