Orban unter Druck: Podcasts als neue Gefahr?

Dieses Video wurde am 11. Dezember 2025 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

In Ungarn wächst der Widerstand gegen Orbans Regierung. Regierungskritische Podcasts erfreuen sich wachsender Beliebtheit, besonders bei jungen Wählern. Können sie die autoritäre Medienkontrolle untergraben und die politische Landschaft verändern?

Adam Naj, ein populärer ungarischer Podcaster, sieht Podcasts als Chance, Orbans Macht zu schmälern. Seine regierungskritischen YouTube-Kanäle erreichen eine neue Generation. Die zunehmende Unzufriedenheit mit der Regierung spielt ihm dabei in die Hände. Das Internet bietet eine Plattform, um diese Gefühle zu verarbeiten, so Naj. Orbans Regierung hat die Medienlandschaft in den letzten 15 Jahren stark beeinflusst.

Die Regierung mag zwar die Medienhoheit besitzen, aber immer mehr Menschen informieren sich über alternative Kanäle. Das zeigt, dass Quantität nicht immer Qualität schlägt.

Obwohl viele Medien unter Regierungskontrolle stehen oder geschlossen wurden, erreichen kritische Stimmen ein breites Publikum. Selbst der von den USA finanzierte Sender Radio Free Europe musste seinen Betrieb einstellen. Die Regierung strebt nach Quantität, doch die Menschen wenden sich unabhängigen Quellen zu. Vor allem das Interview mit Orbans Herausforderer Peter Magier erzielte auf Youtube hohe Aufrufzahlen.

Orbans Medienberater scheinen die Bedeutung von YouTube erkannt zu haben. Seit April gibt der Präsident selbst Interviews in rechtsgerichteten Podcasts. Dies könnte ein Versuch sein, vor der Wahl neue Wählerschichten zu erreichen. Umfragen zeigen, dass unabhängige Podcasts auch unentschlossene Wähler und Anhänger der Opposition ansprechen können. Für Orban selbst scheinen diese neuen Medien aber noch Neuland zu sein.