Social-Media-Sucht: Verbot für Jugendliche?

Dieses Video wurde am 10. Dezember 2025 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die exzessive Nutzung sozialer Medien bei Jugendlichen gibt Anlass zur Sorge. Australien geht voran mit einem Verbot für unter 16-Jährige. Doch ist das auch für Deutschland ein gangbarer Weg?

Die Nutzung sozialer Medien nimmt unter Jugendlichen besorgniserregend zu. Vor der Pandemie zeigten 11% der 10- bis 17-Jährigen einen problematischen Konsum, nun sind es über 25%. Im Schnitt verbringen sie werktags über zweieinhalb Stunden in Netzwerken. Australien hat als erstes Land soziale Netzwerke für unter 16-Jährige verboten. Ein Modell für Deutschland? Bayerns Familienministerin setzt jedoch auf Medienkompetenz statt Verbote.

Verbote bewirken oft das Gegenteil. Stattdessen sollten junge Menschen befähigt werden, Medien kompetent zu nutzen und verantwortungsvoll mit den Plattformen umzugehen.

Generationenforscher Rüdiger Maß hält ein Verbot für technisch machbar und verweist auf ähnliche Regelungen bei Drogen, Alkohol und Nikotin. Er betont, dass viele Jugendliche selbst eine Altersbeschränkung befürworten, um dem Druck des Mitmachens zu entgehen. Studien zeigen, dass sich viele nach dem Konsum sozialer Medien schlechter fühlen und sich wünschen, TikTok wäre nie erfunden worden.

Maß argumentiert, dass eine Reduktion des Konsums einen positiven Beitrag zur psychischen Gesundheit leisten könne. Er sieht die Gefahr suchtähnlicher Strukturen, wenn wichtige Dinge wie Ernährung oder Körperhygiene vernachlässigt werden. Er plädiert für drastischere Maßnahmen anstelle von „Weichspülen„, da Eltern, Lehrer und Institutionen oft überfordert seien.