Social Media Sucht: Droht ein Verbot für Kinder?

Dieses Video wurde am 10. Dezember 2025 von phoenix auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Australien diskutiert ein Social Media Verbot für Jugendliche. Ist das auch in Deutschland denkbar? Experte Manfred Patzer-Böning fordert klare Regeln und sieht Handlungsbedarf.

Der Fachverband Medienabhängigkeit begrüßt die Debatte um ein Social Media Verbot. Manfried Patzer-Böning hält eine Umsetzung auch in Deutschland für realisierbar. Er betont, dass Eltern oft mit der Mediennutzung ihrer Kinder überfordert sind und fordert einen mehrdimensionalen Ansatz. Dieser beinhaltet Gesetzgebung, Prävention, Suchthilfe und die stärkere Einbeziehung der Anbieter. Eine bundeseinheitliche Regelung sei sinnvoller als unterschiedliche Altersgrenzen.

Techkonzerne bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf, dass ein selbstbestimmtes Medienhandeln unmöglich gemacht wird und wir auf den Folgekosten sitzen bleiben. Es braucht eine Lösung. Das kann so nicht weitergehen!

Unbestritten sind die Schäden durch Social Media Sucht, wie Mobbing und ein gestörtes Selbstbild. Patzer-Böning betont die Verantwortung der Anbieter, die Milliarden damit verdienen. Er fordert, dass sie an den Folgekosten beteiligt sind. Das neue Gesetz in Australien sieht hohe Strafen bei Verstößen vor – ein Modell, das auch in Deutschland denkbar wäre. Der Fachverband sieht sich als Interessenvertretung für Betroffene und die Gesundheitsrisiken durch exzessiven Konsum.

Studien belegen, dass Kinder immer jünger Social Media konsumieren, was zu Konzentrationsproblemen und autistischen Zügen führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation hat 2022 die Internetnutzungsstörung als eigenständiges Störungsbild anerkannt. Die DAK-Studie zeigt, dass 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren eine nicht gesunde Mediennutzung aufweisen. Selbst Facebook-interne Studien belegen negative Auswirkungen auf das Selbstbild junger Mädchen.